EZB: Währungshüter demonstrieren Entschlossenheit (… auf schmalem Grat)

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Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapitalmarktstrategie Deutschland, Schweiz, Österreich und Osteuropa bei BlackRock, kommentiert das Ergebnis der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB):

– Weniger Worte, mehr Taten bei der EZB. Die gestern weithin erwartete Zinserhöhung setzt ein Zeichen der Glaubwürdigkeit: Die Währungshüter demonstrieren Entschlossenheit in ihrem Einsatz für Preisstabilität – angesichts weiterhin bestehender Inflationsrisiken. Es handelt sich um eine maßvolle Kalibrierung – ein Schritt, der über alle aktualisierten EZB-Szenarien hinweg angemessen gewesen wäre. Dabei bewegen sich die Leitzinsen weiterhin im „neutralen“ Bereich, der weder bremsend noch stimulierend auf die Konjunktur wirkt.

Die Sorge vor weiter steigender Inflation – bedingt durch den Angebotsschock infolge des Nahostkonflikts – lässt nicht nach. Da Anzeichen für eine nachhaltige geopolitische Entspannung bislang ausbleiben, sind die kurzfristigen Inflationserwartungen gestiegen, und Unternehmen zeigen eine höhere Bereitschaft, Preise anzuheben. Zusätzlicher Inflationsdruck geht von einem schrumpfenden Arbeitskräfteangebot sowie einer etwas lockereren Fiskalpolitik aus.

Auch wenn eine weitere Zinserhöhung möglich bleibt, bewegt sich die EZB auf einem schmalen Grat. Sie ist weniger bereit, durch energiegetriebene Inflationsanstiege hindurchzuschauen, legt sich zugleich aber nicht auf einen Zinspfad fest – wie die Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde verdeutlichen.

Ann-Katrin Petersen, BlackRock, kommentiert u.a. zu Themen der EZB

Ann-Katrin Petersen, BlackRock

Wir bleiben neutral gegenüber Staatsanleihen des Euroraums positioniert. Ohne eine belastbare Deeskalation des Konflikts dürften die Risiken weiterhin in Richtung höherer und volatilerer langfristiger Renditen tendieren.

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