Market Timing kostet Rendite – J.P. Morgan rät zum Investiertbleiben

J.P. Morgan Asset Management warnt vor den aus seiner Sicht teuersten Anlegerfehlern: Market Timing und zu hohe Cash-Bestände kosten langfristig Rendite.

Wer auf den perfekten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt wartet, mache sich das Leben unnötig schwer. Nach Einschätzung von John Bilton, Global Head of Strategic Research bei J.P. Morgan Asset Management, müsse Market Timing gleich zweimal gelingen – sowohl beim Ausstieg als auch beim Wiedereinstieg. Dagegen genüge es bei einer langfristigen Buy-and-Hold-Strategie, einmal richtig zu investieren.

Zur Untermauerung verweist der Vermögensverwalter auf eine Auswertung seit 1990. Selbst Anleger, die jeweils unmittelbar vor den größten Volatilitätsspitzen investierten, erzielten mit einem klassischen 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen nach einem Jahr in drei Viertel der Fälle höhere Erträge als mit einer Cash-Position. Nach drei Jahren habe das Portfolio Barmittel sogar in sämtlichen untersuchten Fällen übertroffen.

Quelle: JPMAM

Als zweiten kostspieligen Fehler bezeichnet Bilton eine dauerhaft zu hohe Liquiditätsquote. Viele Privatanleger hielten rund ein Viertel ihres investierbaren Vermögens in Cash, während aus Renditesicht lediglich 5 bis 10% sinnvoll seien. Nach Berechnungen von J.P. Morgan hätte eine Barquote von 25% seit Beginn der Pandemie auf 5,4% potenzielle Rendite verzichtet; inflationsbereinigt entspreche dies einem realen Nachteil von 4,3% gegenüber einem vollständig investierten Portfolio.

Auch hohe Bewertungen seien aus Sicht des Vermögensverwalters kein verlässliches Signal für einen bevorstehenden Kursrückgang. Zwar könnten sie die langfristigen Renditeerwartungen dämpfen, ließen jedoch keine Rückschlüsse auf den Zeitpunkt einer Marktkorrektur zu.

John Bilton

Bilton empfiehlt Anlegern daher, investiert und breit diversifiziert zu bleiben. Je nach Risikoszenario könnten Anleihen oder Sachwerte sinnvollere Alternativen sein als hohe Cash-Bestände. Historisch habe ein ausgewogenes Portfolio Barmittel über die meisten Anlagezeiträume hinweg deutlich übertroffen.

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