„Attraktives Angebot und die Möglichkeit, weiter an unserer Geschäftsentwicklung zu partizipieren“ – Tobias Fischer-Zernin, Joh. Fr. Behrens AG

Nach Ablöse und Vollplatzierung spart Behrens über 40% der Fremdkosten die Anleihe betreffend. Wäre das ein signifikanter Vorteil in den Fremdfinanzierungskosten oder lediglich willkommen, aber insgesamt nicht sonderlich erheblich?
Natürlich sowohl willkommen als auch erheblich. Mit dem abermals niedrigeren Kupon ist die neue Anleihe in einem Verzinsungsbereich, den wir auch bei anderen Finanzierungsformen einplanen müssten. Gegenüber der zweiten Anleihe sind das mal eben 150 Basispunkte – plus die niedrigeren Emissionskosten. Das ist summa summarum ein Gesamtpaket, das absolut gesehen betriebswirtschaftlich attraktiv ist.

Apropos Betriebswirtschaft: Die Behrens-Geschäftszahlen für 2018 liegen nunmehr vor. Können Sie dazu einige Worte verlieren?
Richtig, Ende April haben wir die Zahlen für 2018 veröffentlicht. Mit den Umsatzerlösen sind wir erneut sehr zufrieden. Hier wirken sich unsere intensiven Vertriebsbemühungen, auch an den neuen Standorten, sehr positiv aus, so dass wir bereits das fünfte Jahr in Folge ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnen. Ein Thema ist bei Behrens natürlich stets die Entwicklung des Stahlpreises – denn die Befestigungsmittel sind unser Hauptgeschäft noch vor den eigentlichen Werkzeugen bzw. Geräten. Wir reden hier über rund 35-40.000 Tonnen Stahl pro Jahr, die wir benötigen. Steigende Stahlpreise haben uns, wie auch die Mitbewerber, in den vergangenen beiden Jahren belastet und nicht jede Preiserhöhung bei Rohstoffen kann man eins zu eins an den Kunden weitergeben. Dies belastet natürlich die Ertragsmargen. Darüber hinaus haben wir 2018 signifikant in den Marktausbau in West- und Nordeuropa sowie am Standort Ahrensburg in die Logistik und neue Technologien/Produkte investiert. Vor diesem Hintergrund sind wir zufrieden, dass wir auch das schwierige Jahr 2018 noch mit einem Gewinn abschließen konnten.

Ist bei den Stahlpreisen denn eine Besserung in Sicht?
Ja, dies zeichnet sich für 2019 in den ersten Monaten soweit schon ab. Gleichzeitig konnten wir auch unsere Abgabepreise etwas erhöhen. Das spricht für mich klar dafür, dass wir die Talsohle bei der Marge durchlaufen haben müssten.

Können potentielle Käufer Investitionen in Ihrem Geschäftsbereich überhaupt aufschieben – also z.B. wenn Werkzeuge oder die Befestigungsmaterialien teurer werden?
Nein, das funktioniert so nicht. Bei den Befestigungsmaterialien handelt sich ja um Verbrauchsmittel, deren Erwerb unsere Industriekunden nicht einfach aufschieben können. Sie benötigen die Produkte, egal ob jetzt von Behrens oder von Mitbewerbern und zwar in der Regel sehr kurzfristig. Natürlich gibt es in unserem Markt auch einen Wettbewerb über den Preis, zumindest bei einigen Produkten. Wenn einige Konkurrenten meinen, die höheren Materialkosten länger zurückhalten zu können und den Stahlpreis eben nicht an den Kunden weitergeben, dann kann der Verkaufspreis nicht den Materialpreisen folgen – das war ungefähr die Situation 2017/18.

BeA Behrens

Hier 2018 bei Behrens in Ahrensburg am Firmensitz

Wie steht es mit Billigfuchsern aus Fernost?
Wir verkaufen ein System, bestehend aus einem pneumatischen Eintreibgerät und den entsprechenden Befestigungsmitteln. Ja, unsere Geräte werden auch kopiert. Sie können zwar die geometrische Form nachahmen, aber die Qualität wird durch unsere Technik und unser Knowhow geprägt. Unsere Geräte halten Jahre, die Kopien vielleicht nur Wochen. Insofern sind diese beim Kunden nicht überzeugend, die Qualität der Behrens-Geräte hingegen schon. Bei den Befestigungsmitteln kann man schon mal gar nicht ausweichen: Kein Kunde kann es sich leisten, wenn jeder achte oder neunte Nagel krumm eingetrieben ist. Geräte und Befestigungsmittel müssen schon gut aufeinander abgestimmt und daher optimalerweise von einem Hersteller sein. Das wissen auch die Kunden und kaufen in der Regel eben das System komplett bei uns.

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