
Francesca Fornasari, Head of Currency bei Insight Investment, analysiert die aktuellen Währungsentwicklungen in ihrer Marktanalyse.
US-Dollar: Strukturelle Gegenwinde und nachlassende zyklische Unterstützung:
Fornasari glaubt, dass die Phase der Ausnahmestellung des US-Dollars sich dem Ende zuneigt. Geopolitische Spannungen, wie die im Nahen Osten, könnten kurzfristig eine Nachfrage nach sicheren Häfen auslösen, doch solche Aufschwünge sind zunehmend taktischer und verlieren an strukturellem Gewicht.
Auf zyklischer Ebene könnte das Wachstum in den USA im Vergleich zur globalen Entwicklung an Bedeutung verlieren, was die Fähigkeit des Dollars einschränkt, sich allein durch relativ besseres Wachstum abzuheben. Auch wenn höhere Energiepreise ein Aufwärtsrisiko für die US-Inflation darstellen, werde dies nur vorübergehende Unterstützung bieten.
Langfristig verschlechtern sich die strukturellen Aussichten für den Dollar. Anhaltende Haushaltsdefizite, ein zunehmend politisiertes Umfeld und Bedenken hinsichtlich der Erosion der politischen Orthodoxie belasten den fairen Wert. Die Kursentwicklung im Februar bestätigte diese Einschätzung: Trotz temporärer Erholungen dominierte eine allgemeine Schwäche des USD.
Fornasari erwartet mittelfristig eine allmähliche Abschwächung des Dollars, besonders gegenüber Währungen mit stabilen politischen Rahmenbedingungen und besseren Fundamentaldaten. Ein anhaltender Konflikt könnte jedoch die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen verlängern.
Euro: Relative Widerstandsfähigkeit, aber durch Energie und Geopolitik eingeschränkt:
Der Ausblick für den Euro bleibt vorsichtig positiv. Die Kursgewinne des EUR/USD im Februar waren primär auf die Schwäche des US-Dollars zurückzuführen und nicht auf eine signifikante Verbesserung der Eurozone. Das zugrunde liegende Wachstum bleibt bescheiden und die Inflationsentwicklung stabilisiert sich.
Die Eurozone, als Nettoenergieimporteur, bleibt anfällig für erneute Energiepreisspitzen, die die Terms of Trade belasten könnten. Geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, schaffen kurzfristige Unsicherheiten. Dennoch könnten steigende Verteidigungsausgaben einen moderaten Wachstumsschub fördern und Kapitalzuflüsse unterstützen. Insgesamt bleibt die mittelfristige Einschätzung des Euros gegenüber dem US-Dollar und dem britischen Pfund positiv, jedoch ungleichmäßig abhängig von Energiepreisen und globaler Risikostimmung.
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