Geopolitik macht Anleihevolatilität zu Chancen

Geopolitische Risiken treiben die Schwankungen an den Anleihemärkten. Für Investoren entstehen daraus zunehmend auch Chancen.

Geopolitische Spannungen beeinflussen die Anleihemärkte heute deutlich stärker als noch vor wenigen Jahren. Darauf weisen Matteo Cominetta, Director und Head of Macroeconomic Research, sowie Manabu Tamaru, Head of Developed Markets Sovereign Fixed Income bei Barings, in einer aktuellen Analyse hin. Nach ihrer Einschätzung eröffnet die höhere Volatilität Anlegern neben zusätzlichen Risiken auch neue Investitionschancen.

Die Experten sehen seit 2025 einen deutlich engeren Zusammenhang zwischen geopolitischen Ereignissen und den Schwankungen an den Rentenmärkten. Neu sei dabei weniger die Zahl der Krisen als deren Charakter. Anders als frühere geopolitische Schocks hätten die jüngsten Ereignisse ihren Ursprung häufig in den USA und zugleich die Unsicherheit über Inflation und den künftigen Zinspfad der US-Notenbank erhöht.

Für Investoren entstehen zunehmend auch Chancen durch höhere Volatilität

Für Investoren entstehen zunehmend auch Chancen durch höhere Volatilität

Während geopolitische Krisen in der Vergangenheit häufig zu sinkenden Renditen von US-Staatsanleihen führten, hätten die jüngsten Entwicklungen sowohl die Laufzeitprämien als auch die Renditen steigen lassen. Dies erkläre, weshalb langfristige Anleiherenditen trotz der Erwartung sinkender Leitzinsen vergleichsweise hoch geblieben seien.

Cominetta und Tamaru sprechen in diesem Zusammenhang von einer „vorhersehbaren Volatilität“. Geopolitische Ereignisse könnten zwar jederzeit starke Marktbewegungen auslösen, zugleich bleibe das übergeordnete Szenario einer schrittweisen Deeskalation aus heutiger Sicht jedoch erkennbar.

Matteo Cominetta

Manabu Tamaru

Nach Einschätzung der Barings-Experten sollten Anleger die dadurch ausgelösten Kursbewegungen nicht ausschließlich als Risiko betrachten. In einem insgesamt bandbreitenorientierten Zinsumfeld könnten kurzfristige Ausschläge attraktive Einstiegs- oder Umschichtungsmöglichkeiten eröffnen. Geopolitische Risiken würden damit zunehmend von einer reinen Gefahrenquelle zu einem handelbaren Marktumfeld.

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