Iran-Konflikt treibt Öl- und Versicherungsrisiken

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So oder so: Die US- und Israel-Angriffe auf den Iran erhöhen Ölpreise, Versicherungsprämien und Risikoprämien an den Märkten.

Stephen Dover, CFA, Chief Investment Strategist und Leiter des Franklin Templeton Institute, kommentiert die jüngsten militärischen Eskalationen im Iran. Die koordinierte ‚Operation Epic Fury‘ der USA und Israels in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar hat die Risikoprämien an den Finanzmärkten deutlich beeinflusst. Für Investoren ist entscheidend, ob die Eskalation auf militärischer Ebene bleibt oder zu Störungen bei Energie und Logistik führt.

Bislang reagierten die Märkte weniger stark als befürchtet. Aktien fielen um rund 2%, Rohöl stieg auf 80 USD pro Barrel (+8% im Front-Markt) und die Kreditspreads weiteten sich aus. Flüssigerdgas (LNG) ist besonders betroffen, da etwa ein Fünftel des globalen Handels über die Straße von Hormus laufen. Selbst kleinere Einschränkungen erhöhen die Risikoprämie, noch bevor physische Engpässe auftreten. Versicherer erhöhen bereits die Prämien um bis zur Hälfte, was die Angebotsbedingungen zusätzlich verschärft.

Iran

Foto: © wirestock – freepik.com

Die iranische Ölproduktion von rund 3,5 Mio. Barrel pro Tag begrenzt den globalen Preisanstieg, dennoch bleibt die strategische Bedeutung der Straße von Hormus hoch. Alternative Routen sind nur teilweise vorhanden; ein Fünftel des globalen Gasangebots, etwa aus Katar, ist weiterhin auf Hormus angewiesen.

Regionale Spannungen könnten sich ausweiten: Vergeltungsmaßnahmen des Iran erhöhen das Risiko, dass angrenzende Staaten involviert werden. Asset-übergreifend reagieren Märkte zunächst über die Risikoprämie: Staatsanleihen-Renditen sinken, Aktien fallen, Gold profitiert, während Kryptowährungen wie Bitcoin Risikoanlagen folgen.

China spielt eine zentrale Rolle bei Ölflüssen und Sanktionen, beeinflusst jedoch nicht automatisch die Taiwan-Politik. Kurzfristig bevorzugen Anleger Energie-Beta-, Schifffahrts- und Verteidigungswerte, bleiben aber vorsichtig gegenüber energieabhängigen Schwellenländern und zyklischen Werten. Absicherungen erfolgen über Öl-Aufwärts-/Volatilitätsstrukturen sowie selektive Gold-Engagements.

Fazit: Der Iran-Konflikt erhöht kurzfristig Volatilität, Versicherungs- und Energiepreise. Dauerhafte Marktstörungen werden aber als moderat eingeschätzt; Investitionsentscheidungen sollten sich an fundamentalen Faktoren und Risikoabsicherungen orientieren.

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