Aussicht für Anleihemärkte langfristig gut

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Die starken Mittelzuflüsse in Anleihen und die kräftige Rallye bei risikoreicheren Fixed Income-Anlagen fanden nicht in einem luftleeren Raum statt, sondern vor dem Hintergrund steigender Preise für eine Reihe von Anlageklassen, von Gold über Kryptowährungen bis hin zu KI-Aktien. Obwohl es Argumente für jeden dieser Bullenmärkte gibt, könnte ein Faktor eine entscheidende Rolle spielen: Die Anleger halten zu viel Cash. Der aktuellen Marktkommentar von Robert Tipp, Chief Investment Strategist bei PGIM Fixed Income:

In absoluten Zahlen ist das Geldmarktfondsvermögen im Corona-Zeitraum sprunghaft angestiegen. Es stieg nochmals an, als die Sparer nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank zunächst auf Sicherheit und dann auf höhere Renditen in Geldmarktfonds setzten. Verglichen mit den rund 15% des nominalen BIP, die in wirtschaftlich ruhigeren Zeiten in Geldmarktfonds investiert sind, entspricht das aktuelle Niveau von 21% eher den Spitzenwerten während den Rezessionen von 2002 und 2008 – auf die jeweils eine mehrjährige starke Aktienrally und ein allgemein günstiges Umfeld auch für Kreditprodukte folgten.

Anleihen könnten von einer Portfolio-Umschichtung profitieren
Die Allokation in Aktien und Immobilien könnte dank Bewertungsgewinne gestiegen sein und liquide Mittel haben aufgrund der Kapitalzuflüsse zugenommen. Anders sieht es bei Anleihen aus, deren Anteil möglicherweise durch die Zinserhöhungen in den letzten Jahren geschrumpft ist. Dieses Ungleichgewicht in der Allokation, das der Demographie mit einer älter werdenden Bevölkerung zuwiderläuft, deutet auf ein gutes Umfeld für Anleihen hin. Und zwar dann, wenn Anleger ihren Anteil wieder erhöhen in Richtung normaler beziehungsweise höherer Allokationen für Fixed Income.

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Die Aussichten an den Anleihemärkten bleiben daher langfristig gut. Aktuell rechnen wir nicht mit einem Rückgang der langfristigen Renditen, das auskömmliche Renditeniveau kann sich daher weiter akkumulieren. Eine Verengung der Spreads gegenüber den aktuellen Niveaus ist zwar insgesamt nicht zu erwarten, dennoch können die Spread-Bereiche zusätzliche Erträge generieren und Chancen zur Wertsteigerung durch Sektorrotation und Emittentenauswahl bieten.

Robert Tipp, PGIM

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