
Ein Preissturz bei Kopfsalat und sinkende Kfz-Versicherungsprämien haben die US-Inflation stärker gebremst als erwartet.
Die US-Inflationsdaten für Juli fielen etwas niedriger aus als vom Markt befürchtet und haben die Erwartungen einer baldigen Zinserhöhung durch die US-Notenbank gedämpft. Darauf weist John Kerschner, Global Head of Securitized Products & Portfolio Manager bei Janus Henderson Investors, hin.
Der Kern-Verbraucherpreisindex stieg im Juli um 0,22% und lag damit unter der von den Märkten als kritisch angesehenen Schwelle von 0,25%. Auf Jahressicht entspricht dies einer Inflationsrate von 2,47%. Der Gesamt-Verbraucherpreisindex legte um 0,07% zu, die Jahresrate belief sich infolge höherer Energiepreise auf 3,4%.
Als wichtigen Inflationsfaktor bezeichnet Kerschner die äquivalente Eigentümermiete (Owner’s Equivalent Rent), die mit 0,26% ebenfalls moderat ausfiel. Der Wohnungsmarkt bleibe damit ein wesentlicher Stabilisator im Inflationsgeschehen.
Für Aufmerksamkeit sorgten einzelne Komponenten des Warenkorbs. So verbilligten sich Kfz-Versicherungen um 0,3%, nachdem sie bereits im Juni deutlich nachgegeben hatten. Noch auffälliger war der Preisrückgang bei Kopfsalat um 16,4%. Ursache sei die schwächere Nachfrage nach einem Cyclospora-Ausbruch bei Eisbergsalat.
Nach Einschätzung von John Kerschner sind die Inflationsdaten insgesamt positiv für die Finanzmärkte. Die Kurse von US-Staatsanleihen legten über die gesamte Zinsstrukturkurve zu, während die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September auf unter 40% zurückfiel. Vor dem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht in der vergangenen Woche habe sie noch nahezu 100% betragen.
Nun richte sich der Blick der Anleger auf das Notenbanktreffen in Jackson Hole, von dem sich der Markt Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Federal Reserve erhofft.
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