‚WSJ‘: Bundesbank offen für geldpolitische Lockerung – Kreise

WASHINGTON/FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Bundesbank ist laut Kreisen bereit für weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen die Niedrig-Inflation im Euroraum. Wie das „Wall Street Journal“ am Dienstag mit Bezug auf Insider berichtet, könnte dies den Weg für eine weitere geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits im nächsten Monat ebnen.

Entscheidend sei allerdings, wie die Inflationsprognosen der Notenbank für das Jahr 2016 ausfallen, heißt es in dem Bericht. Das hatte zu Wochenbeginn bereits EZB-Vize Vitor Constancio bei einer Rede in Wien erklärt.

Die Notenbank erwartet eine längere Phase mit niedrigem Preisauftrieb. EZB-Präsident Mario Draghi hat die Risiken dieser Entwicklung und die Handlungsbereitschaft der Währungshüter häufig betont. Zuletzt sagte er, dass der EZB-Rat schon im Juni zu weiteren Aktionen bereit sei.

Im April lag die jährliche Teuerungsrate in der Eurozone mit 0,7 Prozent deutlich unter dem Zielwert der EZB. Sie sieht stabile Preise bei einer Rate von knapp zwei Prozent gewährleistet. Die niedrige Inflation schürt Ängste vor einem Preisverfall auf breiter Front, der die wirtschaftliche Erholung im Währungsraum bremsen könnte.

Als mögliche Mittel gegen den geringen Preisauftrieb gelten neben dem klassischen Instrument der Leitzinssenkung breitangelegte Wertpapierkäufe der EZB oder negative Zinsen auf Geldreserven, die Geschäftsbanken bei ihr horten. Alle Maßnahmen zielen darauf, mehr Liquidität in die Wirtschaft zu leiten und so die Nachfrage anzukurbeln./hbr/bgf