
KFC entdeckt den Döner? – und macht aus Restaurant-Säulen rotierende Grillspieße. Fast Food trifft Folklore, mit einem Augenzwinkern.
Wenn’s nach KFC geht, gehört der Döner jetzt offiziell zur Fast-Food-Welt – und wird gleich mit amerikanischem Branding gelabelt. In Spanien startet die Kette eine ebenso auffällige wie leicht absurde Kampagne: Restaurant-Leuchtsäulen werden zu riesigen Döner-Spießen umgebaut.
KFC trifft Döner – und macht daraus ein Spektakel
Im Zentrum der Kampagne steht die Idee, die ikonischen KFC-Totems kurzerhand in rotierende Döner-Spieße zu verwandeln. Und das nicht symbolisch, sondern physisch: Bis zu 12 Meter hohe Konstruktionen, rund 1.200 Kilogramm schwer, drehen sich vor ausgewählten Restaurants – ein XXL-Statement für den neuen Fried-Chicken-Kebab.
Damit verschmilzt KFC zwei Welten, die bislang eher getrennt unterwegs waren: amerikanisches Fast Food und orientalische Döner-Kultur. Oder anders gesagt: Der Döner wird globalisiert – und gleichzeitig ein bisschen ver-KFC-t.
Multichannel-Offensive mit Augenzwinkern
Begleitet wird die Aktion von einer breit angelegten Marketingkampagne: TV-Spots, Digitalformate, Kino und Out-of-Home-Werbung sorgen dafür, dass der neue KFC-Döner omnipräsent sein wird, zumindest für eine Weile. In den Clips thront ein Mitarbeiter medienwirksam auf einem rotierenden Spieß – eine Szene irgendwo zwischen Werbeidee und surrealem ‚Kunstprojekt‘.
Die Kampagne wurde von der Agentur PS21 entwickelt, während Arena Media die mediale Umsetzung steuert. Ziel: maximale Aufmerksamkeit für ein Produkt, das per se schon ein kultureller Grenzgänger ist.
Döner – jetzt auch ‚by KFC‘
Parallel zur Kampagne bringt KFC ein limitiertes Menü auf den Markt: Neben dem klassischen Kebab finden sich auch Dürüm, Falafel und Pommes mit spezieller Kebab-Sauce im Angebot. Optisch orientiert sich das Design bewusst an traditionellen Imbissen – zumindest so weit, wie es in ein globales Franchise passt.
Die Produkte sind vorübergehend in ganz Spanien erhältlich, sowohl in Restaurants als auch über App und Website. Ob der KFC-Döner langfristig bleibt, dürfte stark vom Kundenzuspruch abhängen.
Ironie der Globalisierung
Der eigentliche Clou liegt indes im kulturellen Spagat: Eine ursprünglich orientalische Spezialität, längst fester Bestandteil europäischer Alltagsküche, wird nun von einer US-Kette neu interpretiert – und als ‚Innovation‘ vermarktet.
Man könnte auch sagen: Der Döner hat die Globalisierung durchgespielt – und ist jetzt wieder am Anfang angekommen.
Fazit
KFC zeigt, wie weit sich Marken dehnen lassen – und wie flexibel selbst kulinarische Traditionen geworden sind. Ob das Ergebnis eher Marketing-Coup ist oder kulturelle Kuriosität bleibt, entscheidet am Ende der Kunde.
Auf europäischer Ebene gab es Diskussionen um eine Art Schutzstatus für den Döner – ähnlich wie bei Parmesan oder Champagner. Hier waren u.a. türkische Branchenvertreter aktiv, teils organisiert über internationale Lebensmittelverbände. In der Türkei selbst gilt der Döner als kulturelles Erbe, vertreten u.a. durch Gastronomie- und Exportverbände. Mal schauen, wie die die KFCisierung des Kebabs finden.
KFC gehört zu den weltweit größten Fast-Food-Ketten und ist Teil von Yum! Brands. Mit neuen Konzepten versucht das Unternehmen regelmäßig, lokale Trends global zu skalieren.
Alle Fotos: @KFC
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