Wiener Börse mit Rekordjahr – Nachholbedarf von 350 Mrd. EUR auf Sparkonten oder Bargeld

Die Wiener Börse erzielte auch 2025 Rekordzahlen. Gleichzeitig sieht sie beim Kapitalmarkt in Österreich enormes Potenzial brachliegen.

Die Wiener Börse hat 2025 das beste Geschäftsjahr ihrer Geschichte abgeschlossen. Der Konzernumsatz stieg um 10% auf 90,1 Mio. EUR, während das Ergebnis vor Steuern (EBT) um 7% auf 53,4 Mio. EUR zulegte. Rückenwind kam insbesondere von lebhaften Aktienmärkten und hohen Handelsvolumina.

Die Aktienumsätze der Börsengruppe erhöhten sich um 14% auf 84 Mrd. EUR. Davon entfielen 67 Mrd. EUR auf Wien und 18 Mrd. EUR auf Prag. Neben dem Handelsgeschäft trugen auch Listing-Erlöse, das Verwahrgeschäft in Tschechien sowie der Verkauf von Marktdaten zum Wachstum bei.

Auch bei Neuemissionen und Börsenzugängen konnte die Wiener Börse zulegen. Im Segment direct market plus kamen drei neue Unternehmen hinzu. Künftig soll das Marktsegment zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert werden und damit kleineren Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern. Im Anleihebereich behauptete die Wiener Börse mit rund 31.500 Primärlistings ihre Position als Europas aktivster Listingplatz.

Advantage Austria: Die Wiener Börse hat seit Sommer 2023 mal eben doppelt so stark performt wie der DAX.

Advantage Austria: Die Wiener Börse hat seit Sommer 2023 mal eben doppelt so stark performt wie der DAX.

Besonders stark entwickelte sich der österreichische Aktienmarkt. Der ATX Total Return legte 2025 um mehr als die Hälfte zu und gehörte damit zu den weltweit besten Aktienindizes. Auch der tschechische PX TR überzeugte mit einem Plus von über 61%.

Parallel dazu steigt die Beteiligung der Bevölkerung am Kapitalmarkt. Laut aktuellem Aktienbarometer besitzen inzwischen fast ein Drittel der Österreicher Wertpapiere – rund ein Viertel mehr als noch bei der ersten Erhebung 2023.

Trotz dieser Entwicklung sieht die Wiener Börse erheblichen Nachholbedarf. Nach Unternehmensangaben liegen weiterhin mehr als 350 Mrd. EUR auf niedrig verzinsten Konten oder in Bargeld. Vorstandschef Christoph Boschan fordert daher stärkere steuerliche Anreize für langfristiges Sparen und Investieren nach dem Vorbild anderer europäischer Länder.

Die Wiener Börse AG betreibt die Börsenplätze in Wien und Prag und zählt zu den führenden Kapitalmarktinfrastrukturen in Zentral- und Osteuropa. Zum Konzern gehören neben dem Handelsgeschäft auch Verwahr- und Datenservices.

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