
SFDR soll Greenwashing verhindern und mehr Transparenz schaffen. Doch noch immer gelten für viele Finanzprodukte deutlich geringere Offenlegungspflichten.
Die europäische Offenlegungsverordnung SFDR steht vor einer Überarbeitung. Aus Sicht von Rosl Veltmeijer, Portfolio Manager Fixed Income bei Triodos Investment Management, gehen die aktuellen Reformvorschläge zwar in die richtige Richtung – entscheidende Transparenzlücken blieben jedoch bestehen.
Mit den neuen Produktkategorien ‚Sustainable‘, ‚Transition‘ und ‚ESG Basics‘ soll die bisherige Einteilung nach Artikel 6, 8 und 9 ersetzt werden. Positiv bewertet Veltmeijer strengere Anforderungen an nachhaltige Investments sowie eine klarere Definition nachhaltiger Finanzprodukte. Das erhöhe die Vergleichbarkeit und erschwere Greenwashing.
Problematisch sei jedoch, dass viele Anlageprodukte auch künftig außerhalb dieser SFDR-Kategorien bleiben könnten. Während kategorisierte Produkte detailliert über positive und negative Nachhaltigkeitswirkungen berichten müssten, seien die Transparenzanforderungen für nicht-kategorisierte Produkte deutlich geringer. Für Anleger könne dadurch der Eindruck entstehen, fehlende Informationen bedeuteten automatisch geringere Nachhaltigkeitsrisiken.
Das Europäische Parlament schlägt deshalb vor, nicht-kategorisierte Produkte mit einem Hinweis zu versehen, dass sie nicht den EU-Standards für nachhaltige Finanzprodukte entsprechen. Für Veltmeijer ist dies zwar ein Fortschritt, ersetzt jedoch keine konkrete Offenlegung tatsächlicher Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft.
Der eigentliche Schlüssel liege in den sogenannten Principal Adverse Impact Indicators. Diese Kennzahlen machen negative Nachhaltigkeitswirkungen messbar und sollen künftig verpflichtend für kategorisierte Produkte ausgewiesen werden. Konsequenter wäre es nach Ansicht von Triodos Investment Management, diese Offenlegung auf sämtliche Anlageprodukte auszuweiten.
Nur wenn alle Finanzprodukte ihre potenziellen negativen Auswirkungen transparent machen müssten, könnten Anleger fundierte Entscheidungen treffen. Die SFDR würde damit ihrem eigentlichen Ziel näherkommen: mehr Transparenz, weniger Greenwashing und eine glaubwürdigere nachhaltige Geldanlage.
Rosl Veltmeijer ist Portfolio Manager Fixed Income bei Triodos Investment Management. Der nachhaltige Asset Manager verwaltet rund 5,4 Mrd. EUR und konzentriert sich auf Impact Investments in den Bereichen Ernährung, Ressourcen, Energie, Gesellschaft und Wohlbefinden.
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