Rückkehr Trumps lässt das Anlageuniversum schrumpfen

Trump ist zurück. Seine Rückkehr ins Weiße Haus läutet eine neue politische Ära ein mit Auswirkungen auf das Anlageuniversum. Von Michaël Lok*

Der wirtschaftliche Aufschwung dürfte – angetrieben durch eine unternehmensfreundliche Politik und niedrigere Steuern – stärker als erwartet ausfallen. Die USA ist unser bevorzugter Markt in einer zunehmend fragmentierten globalen Wirtschaft. Die UBP hat daher ihre Überzeugung für US-Aktien von drei auf vier von fünf möglichen Punkten erhöht.

Eurozone schwer zu lesen

So schrumpft die Anlagelandschaft das Investmentuniversum weiter. Die Eurozone ist immer komplexer zu interpretieren und in Kontinentaleuropa zeichnet sich eine Polarisierung ab. In der Region stechen jedoch die Schweiz und Skandinavien in Bezug Wachstums- und Innovationsfähigkeit für das 21. Jahrhundert heraus. In Asien ist die Performance weiterhin uneinheitlich: China ist ein instabiler Markt, der wahrscheinlich durch Trumps Zollpolitik noch höherem Druck ausgesetzt sein wird. Das könnte die chinesischen Behörden veranlassen, sich wieder auf den Binnenmarkt zu konzentrieren und starke fiskalische Anreize zu setzen, um den Exportbeschränkungen entgegenzuwirken.

Trotz der Risiken eines Handelskriegs und der mit China verbundenen Unsicherheiten dürfte Asien als globaler Wachstumsmotor hervorstechen. Die Widerstandsfähigkeit der Region ist auf das Wachstum in Indien (+6,5%) in Verbindung mit einer Erholung in der ASEAN-Staaten zurückzuführen. Einen Ausblick für Lateinamerika zu geben, bleibt wegen der politischen Situation eine Herausforderung.

Tieferes Verständnis entwickeln, granularer investieren

Die zunehmende Anlage über ETFs kann angesichts dieses uneinheitlichen Bilds nur unzureichend den Anforderungen von Anlegern gerecht werden. Vielmehr erfordert das Wachstumsumfelds ein tieferes Verständnis der einzelnen Märkte und eine granulare Herangehensweise. Ich halte einen aktiveren Ansatz für unerlässlich. Auf der Aktienseite favorisieren wir US-Titel, insbesondere aus den Sektoren Banken, Technologie und höherwertigen Konsumgüter.

US-Mid-Caps sind rund 25% günstiger als Large Caps bewertet. Drei Viertel ihres Umsatzes hängt von der US-Konjunktur ab, insofern sollten diese Titel überproportional vom höheren US-Wachstum profitieren. Die Aussichten zinssensitiverer Sektoren wie Versorger und höherwertige Konsumgüter haben sich aus Sicht der UBP dagegen eingetrübt.

Mit Ausnahme von hochverzinslichen Anleihen hat die UBP ihre Anleihequote etwas zurückgefahren. Insbesondere Unternehmensanleihen guter Bonität übt die UBP wegen deutlich engerer Spreads derzeit Zurückhaltung. Der Ausblick für Edelmetalle dürften aufgrund der inflationstreibenden Wirtschaftspolitik unter Trump trotz eines stärkeren US-Dollars attraktiv bleiben. Die UBP sieht insbesondere bei Silber noch Aufwärtspotenzial.

*) Michaël Lok ist UBP Group CIO und Co-CEO Asset Management

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