
Die Tagung des EZB-Rats wurde zu einem viel beachteten Non-Event. Heute steht zweifelsohne der US-Arbeitsmarktbericht im Mittelpunkt. Dass die USA die Krise weitest gehend hinter sich gelassen haben, ist an der Gesamtvermögenssituation zu erkennen.
Ausgewählte Daten des Tages
Zeit Land Indikator Periode Schätzung letzter
8:45 FR Handelsbilanz (in Mrd. EUR) Jan. -4950 -5207
8:45 FR staatl. Budgetdefizit (in Mrd. EUR) Jan. k.A. -74,869
12:00 GE Industrieproduktion (M/M / J/J, in %) Jan. 0,8 / 3,9 -0,6 / 2,6
14:30 US Change in Nonfarm Payrolls (M/M, in Tsd.) Feb. 148,5 113
14:30 US Change in Manufact. Payrolls (M/M, in Tsd.) Feb. 5 21
14:30 US Arbeitslosenquote (in %) Feb. 6,6 6,6
14:30 US Handelsbilanz (in Mrd. USD) Jan. -38,5 -38,701
21:00 US Konsumentenkredite (in Mrd. USD) Jan. 14 18,756
US Fed-Redner: Dudley, Lockhart
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research
Themen des Tages
• US-Arbeitsmarktbericht wird schwer zu interpretieren sein
• US-Amerikaner vermögend wie nie zuvor
• Griechenland, die Troika und der Finanzbedarf: Eine (un-)endliche Geschichte?
Marktkommentar
Die Tagung des EZB-Rats mit anschießender Pressekonferenz brachte wenig Neues. Die europäischen Notenbanker fühlen sich, diesen Eindruck vermittelte jedenfalls Mario Draghi, mit ihrer aktuellen geldpolitischen Ausrichtung recht wohl, denn ihre Erwartungen treffen sukzessive ein. Warum soll man dann Zusätzliches beschließen?
Dementsprechend wird das Pulver trocken gehalten, so dass es eingesetzt werden kann, wenn es doch noch notwendig sein sollte. Die Projektionen für Wachstum und Preisentwicklung bis 2016 sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache: Das Wirtschaftswachstum wird nicht sonderlich hoch werden, dafür aber in den nächsten Jahren sukzessive zulegen.
Risiken für die Preisniveaustabilität, weder nach unten noch nach oben, werden kaum gesehen. Das hat Zinssenkungsphantasien oder die Erwartung des Einsatzes anderer Mittel erheblich gedämpft. Die Tagung des EZB-Rats wurde also tatsächlich zu einem viel beachteten Non-Event.
Heute steht zweifelsohne der US-Arbeitsmarktbericht im Mittelpunkt. Allerdings haben ja bereits die US-Notenbanker mehrfach daraufhin gewiesen, dass er aufgrund der Wetterlage im Februar nur schwer zu interpretieren sein werde. Außerdem könnte es durchaus nur einen sehr schwachen Aufbau an Arbeitsplätzen gegeben haben. Das dürfe, so jedenfalls einige Fed-Vertreter, nicht überbewertet werden. Daher werden die US-Notenbanker den Tapering-Kurs kaum überdenken, wenn nach den vielen anderen Indikatoren auch der Arbeitsmarktbericht eher schwach ausfallen sollte. Die zu erwartenden Nachholeffekte müssen sich dann jedoch in den kommenden Monaten herauskristallisieren, ansonsten dürfte die Fed ihr Handeln sehr wohl überdenken.
Dass die USA die Krise weitest gehend hinter sich gelassen haben, ist an der Gesamtvermögenssituation der US-Amerikaner zu erkennen. Das Nettovermögen betrug Ende letzten Jahres mehr als 80 Bio. USD und hat damit einen neuen Rekordwert erreicht. Aktienmarktentwicklung und der Anstieg der Immobilienpreise!!! sind die Hauptursache. Damit stehen die Zeichen für eine Belebung des privaten Verbrauchs nicht schlecht.
In Europa gibt es abgesehen von dem Beschluss, erste „Sanktionen“ gegen Russland zu verhängen, wenig Neues. Griechenland wird weiter auf die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem Stützungspaket warten dürfen. Neben der schleppenden Umsetzung bestimmter Troika-Vorgaben herrscht nun auch noch Uneinigkeit über den zusätzlichen Finanzbedarf der dortigen Banken. Die griechische Notenbank hat 6,4 Mrd. EUR ermittelt, die internationalen Geldgeber gehen von deutlich mehr aus. Ohne Einigkeit über das Gesamtvolumen sowie den zusätzlichen Finanzbedarf des Landes bis 2016 bleibt alles auf Eis, da man den IWF an Bord halten möchte.
Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben