NEON Equity: „Legen Wert auf eine starke Eigenkapitalbasis – zum Jahresultimo hohe 91% EK-Quote“

NEON Equity tritt im Segment Impact Investing als einer der Pioniere an – und begibt zur Wachstumsfinanzierung auch sogleich eine Unternehmensanleihe. BondGuide im Gespräch mit Gründer und Macher Thomas Olek.*

Herr Olek, über die publity sprachen wir ja mehrfach in den vergangenen rund zehn Jahren. Jetzt geht es um NEON Equity. Haben Sie nur Ihren privaten Fokus etwas zeitgemäß adjustiert oder gar ganz die Lust auf Real Estate verloren?
Die Lust auf Immobilien habe ich ganz und gar nicht verloren, auch wenn der Markt aktuell schwierig ist. Es gibt keinen Widerspruch zwischen Impact Investing und Immobilien. Menschengerechte Immobilien, die unsere Städte lebenswerter und ökologischer machen, sind wichtig. Ich bin überzeugt, dass wir heute alle bei unseren Investments darauf achten müssen, dass sie einen positiven Effekt auf die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft haben. Diese Überzeugung wurde in den vergangenen Jahren durch die großen Herausforderungen, vor denen wir heute weltweit stehen, vertieft und auch durch einige ganz persönliche Ereignisse in meinem Leben.

Was genau macht die NEON Equity? Ich habe mir die Unternehmensbeschreibung mehrfach durchgelesen, bin aber trotzdem nicht schlau aus dem Mix aus Beratung, Netzwerk und Investition geworden. Helfen Sie bitte!
Wir sind Impact Investor. Das heißt, NEON EQUITY beteiligt sich an Unternehmen, die durch ihr Geschäftsmodell die bereits angesprochenen positiven Effekte für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft generieren. Wir verstehen uns bei unseren Beteiligungen als aktiver, partnerschaftlicher Anteilseigner, der die Wachstums- und Kapitalmarktstrategie unterstützt. Dabei bringen wir unsere Expertise, unsere langjährige praktische Erfahrung und unser Netzwerk aus Investoren und Fachleuten ein. Diese Beratung stellen wir auch gesondert Unternehmen zur Verfügung, die aktiv dazu beitragen, die Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu verbessern. Insofern sind wir Investor, Partner und Berater. Manchmal alles zusammen, manchmal aber auch einzeln.

„Es gibt keinen Widerspruch zwischen Impact Investing und Immobilien. Menschengerechte Immobilien, die unsere Städte lebenswerter und ökologischer machen, sind wichtig.“

Ende April gab es passenderweise im Geleit zu den kommunizierten Anleiheplänen Geschäftszahlen, und die glänzten mit hohen Zuwächsen – natürlich auch etwas von niedriger Ausgangsbasis. Womit generiert die NEON denn genau Umsätze und Erlöse, können Sie das etwas spezifizieren?
So niedrig war die Ausgangbasis nicht. Unseren Nachsteuergewinn haben wir von 12,0 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 um 62% auf 19,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2023 gesteigert. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch unsere hohe Eigenkapitalquote von gut 91% zum 31. Dezember 2023. Bei unserer GuV liegt unser Fokus als Investmentunternehmen ganz eindeutig auf den Ergebniskennzahlen. Gewinne realisieren wir einerseits durch die positive Wertentwicklung unserer Beteiligungen und andererseits durch Honorare für Beratung und die Aktivierung unseres Netzwerks. Entsprechend haben wir zwei Standbeine. Mit dieser Aufstellung sind wir sehr zufrieden.

Nach Ihrer Eigenbeschreibung liegt der Fokus also auf ‚ESG-konformen Unternehmen mit hohen Wachstumschancen‘. Möchte das nicht jeder Investor aktuell?
Das wäre wünschenswert. Der Umstand, dass Impact Investing eine eigene Anlagestrategie ist, die von anderen Anlagebereichen mit deutlich höherem Volumen abgegrenzt ist, lässt aber vermuten, dass dies nicht so ist. Dafür wächst das Marktvolumen im Impact Investing Studien zufolge extrem schnell, was tatsächlich verdeutlicht, dass immer mehr Investoren den Ansatz als sinnvoll erkennen. Expertise, Erfahrung und nicht zuletzt Finanzmittel bilden in diesem Umfeld dann einen Vorteil. Deshalb begeben wir die aktuelle NEON EQUITY-Anleihe und wollen damit unser Portfolio weiter ausbauen, indem wir zusätzliche Beteiligung eingehen und bei bestehenden Beteilungen Wachstumsprojekte finanzieren.

„Einzelne Meldungen und kurzfristige Entwicklungen sollten einem Investor nicht den Blick auf den großen Trend insgesamt verstellen.“

NEON Equity ist u.a. beim Elektroauto-Hersteller Elaris involviert. In der Branche gab es zuletzt aber mehr Insolvenzen als Erfolgsmeldungen, selbst Tesla dreht seit einiger Zeit im Leerlauf. Was prädestiniert die ELARIS für ein gutes Investment?
Bei Wachstumsmärkten gibt es immer wieder auf ihrem Expansionspfad Schwankungen. Das ist derzeit auch bei der Elektromobilität der Fall. Einzelne Meldungen und kurzfristige Entwicklungen sollten einem Investor jedoch nicht den Blick auf den großen Trend insgesamt verstellen. Nicht nur ich bin davon überzeugt, dass der Elektromobilität die Zukunft gehört. Stolpersteine auf diesem Weg sind die immer noch hohen Preise für E-Autos und manchmal Modelle, die den Bedarf der Nutzer nicht wirklich treffen. Elaris hat sich aber gerade auf die Fahnen geschrieben, Elektromobilität bezahlbar und bedarfsgerecht zu machen. Dafür werden Fahrzeuge aus chinesischen Manufakturen auf den europäischen Bedarf angepasst – wozu Elaris eigene Entwicklungen beisteuert. Insofern sehe ich Elaris als aussichtsreiches Investment an. Das Unternehmen hat erst kürzlich eine Vervielfachung der Umsätze im laufenden Geschäftsjahr angekündigt, was mich in meiner Meinung bestätigt. Unsere Beteiligung an Elaris beläuft sich übrigens auf rund 5%, die Börsenbewertung des Unternehmens lag Anfang Mai bei über 400 Mio. EUR.

Das Volumen der Anleihe wurde mit 25 Mio. EUR angegeben, aufstockbar jedoch auf bis zu 125 Mio. EUR. Wissen Sie selbst noch nicht ganz genau, wie viele Mittel Sie benötigen oder investieren können?

Wir wollen dem Bedarf folgend Finanzmittel durch die Anleihe aufnehmen. Es ist schließlich wenig sinnvoll, Anleihegelder, die wir mit 10,0% verzinsen, längere Zeit auf dem niedriger verzinsten Bankkonto zu parken. Entsprechend gehen wir stufenweise vor. Wir halten uns die Möglichkeit zur Aufstockung offen, wenn wir Investmentopportunitäten erkennen und die Anleger auch bereit sind, uns weitere Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.

„10,0% fixer jährlicher Zins ist eine Größenordnung, die für uns in Ordnung ist und auch für die Anleger attraktiv sein soll.“

Der Kupon liegt bei fixen 10% p.a. über die Laufzeit von fünf Jahren. Wäre da nicht ein Floater auch probat gewesen? – hätte bei zurückgehenden Zinsen in späteren Jahren ggf. nur noch 8 oder 7% p.a. bedeutet. Freilich ohne Gewähr.
Wir möchten eine stabile Planungsgrundlage auch bei den Zinsen – für NEON EQUITY als Unternehmen und für unsere Anleihegläubiger. 10,0% fixer jährlicher Zins ist eine Größenordnung, die für uns in Ordnung ist und auch für die Anleger attraktiv sein soll.

Generell stellt man sich bei dem Geschäftsfokus natürlich die Frage, ob man nicht eher Eigenkapitalinvestor sein sollte – und NEON ist ja zudem aktiennotiert. Wer sollte in die Anleihe investieren und wer in die Aktie?
Das kommt natürlich auf den Anlegertyp und die jeweilige Depotstruktur des Investors an. Wer vor allem Wert auf planbare und feste jährliche Zinszahlungen legt, der wird sich wahrscheinlich für die Anleihe entscheiden. Aktieninvestoren bei NEON EQUITY partizipieren hingegen an der Unternehmensentwicklung, beispielsweise an der Wertentwicklung unseres Beteiligungsportfolios. Vor einer Investmententscheidung sollte jeder Anleger deshalb sein persönliches Rendite-/Risiko-Profil definieren. Natürlich könnten Anleger auch in die Anleihe und in die Aktie investieren.

Wenn wir uns also die nächsten fünf Jahre anschauen, mithin die Laufzeit der Anleihe: Was ist aus Ihrer Sicht das größte Einzelrisiko, was könnte unrund laufen – etwas Externes vielleicht wie die vergangenen drei Jahre?
Mögliche Risiken sind selbstverständlich sehr umfassend in unserem Wertpapierprospekt aufgeführt. Ich empfehle unbedingt, ihn zu lesen. Ein generelles Risiko besteht natürlich immer darin, dass durch schwache Marktphasen und externe Verwerfungen beispielsweise die Geschäftsentwicklung einzelner Beteiligungen und damit deren Wert leidet. Die Immobilienbranche ist so ein Beispiel. Und es ist nicht auszuschließen, dass dies in den kommenden Jahren in der genannten Branche oder einer anderen passiert. Wir als NEON EQUITY legen deshalb Wert auf eine starke Eigenkapitalbasis, die bei uns zum Jahresultimo 2023 auf 264,8 Mio. EUR belief mit einer hohen Eigenkapitalquote von über 91%. Außerdem streben wir ein breit diversifiziertes Portfolio an, in dem Wertschwankungen ausgeglichen werden können. Bereits aktuell sind wir an fünf Unternehmen als Impact Investor beteiligt und wollen diese Basis auch mit den Anleihemitteln erweitern.

Thomas Olek, NEON Equity

Thomas Olek, NEON Equity

Kurz zum Abschluss: Warum sollte ein Anleger die Anleihe von NEON EQUITY zeichnen?
Unser Credo ist ‚sinnvoll investieren‘. Das gilt für unsere Investments in Beteiligungen, soll aber auch für die Anleihe gelten. Wir wollen mit unserem Bond einen Kupon von 10,0% mit der Möglichkeit kombinieren, Geschäftsmodelle zu fördern und finanzieren, die für Umwelt, Wirtschaft und den sozialen Bereich einen Unterschied machen. Ich bin überzeugt, dass dies für viele Anleger attraktiv sein kann. Damit leisten wir einen Beitrag zum Impact Investing.

Herr Olek, ganz herzlichen Dank an Sie.

Interview: Falko Bozicevic

*) Thomas Olek ist Gründer, Lead Investor und CEO der NEON Equity AG, Frankfurt. Ferner ist er weiterhin Aufsichtsratsvorsitzender der publity AG.

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