
Ausgewählte Statements von Bruno Bamberger, Senior Solutions Strategist bei AXA Investment Managers, zu aktuellen weltweiten geopolitischen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf den Anleihemarkt.
Anleger konnten in den vergangenen 18 Monaten mit festverzinslichen Wertpapieren solide Gesamtrenditen erzielen. Denn trotz der anhaltenden globalen makroökonomischen Unsicherheiten präsentieren sich die Unternehmen weiterhin robust, und die Renditen bleiben attraktiv.
Insgesamt zeigt der Markt für Unternehmensanleihen auch weiterhin eine überdurchschnittliche Performance, besonders in den niedrigeren Bonitätssegmenten. Seit Jahresbeginn (YTD) hat der US-High Yield-Markt (HY) mit einer Rendite von 8,03% andere festverzinsliche Märkte übertroffen, darunter US-Investment-Grade-Anleihen mit 5,76% und 10-jährige US-Staatsanleihen mit 3,02%.
Auf der anderen Seite des Atlantiks hat die EZB ihr Ziel bei der Eindämmung der Inflation schon teilweise erreicht. Dadurch verfügt sie nun über Handlungsspielraum, um im Falle eines wirtschaftlichen Abschwungs zu reagieren. Für Euro-Unternehmensanleihen sollte das zuträglich sein.
Vor allem Euro-High-Yields haben bis hierhin dank solider Fundamentaldaten der Unternehmen eine starke Performance erzielt. Die Ausfallquote liegt zwar höher als vor der COVID-Zeit mit quantitativen Lockerungen und günstigen Refinanzierungsbedingungen, bleibt jedoch auf einem überschaubaren Niveau. Dies wirkt sich insgesamt positiv auf die Renditen aus.
Für Anleger, die ihr festverzinsliches Portfolio breiter diversifizieren möchten, könnten Schwellenländeranleihen eine Überlegung wert sein.
Bei Staatsanleihen aus Schwellenländern haben wir in der zweiten Jahreshälfte einen deutlichen Trend zu Hochstufungen gegenüber Herabstufungen beobachtet.
Schwellenländer-Unternehmen im High-Yield-Bereich verfügen typischerweise über Liquiditätspuffer, die über die Abdeckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten hinausgehen. Da der chinesische Immobiliensektor weitgehend aus den relevanten Indizes entfernt wurde, erwarten wir 2024 eine deutlich geringere Ausfallquote als in den vergangenen zwei Jahren.
Auch wenn die Zinsen sinken, befinden wir uns nicht in einem Nullzinsumfeld, das den Anleihenmarkt über lange Zeit belastet hat. Höhere Renditen bringen jedoch auch eine gewisse Volatilität mit sich. Denn der Markt versucht zu antizipieren, ob Veränderungen der Renditekurve in den USA auch Auswirkungen auf andere Länder haben werden. Glücklicherweise war die Vielfalt an festverzinslichen Anlageoptionen noch nie so groß wie heute – mit Möglichkeiten, die sowohl unterschiedliche Regionen als auch spezifische Themen abdecken und den Bedürfnissen der Anleger gerecht werden.
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