
In Deutschland gibt es laut Census 2022 rund 16,3 Mio. Eigenheime – und es kommen immer weniger dazu. Von Jochen Möbert und Lennart Zwingenberger, DBR Deutsche Bank Research
Eigenheime sind in Metropolen und Metropolregionen oft unerschwinglich. Aufgrund von Platz- und Wohnraummangel werden immer weniger gebaut. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Zudem werden voraussichtlich Klima- und Umweltschutzziele den Bau von Eigenheimen weiter verteuern. In vielen kleinen Gemeinden dürften jedoch weiterhin Eigenheime entstehen. Deren Bau dürfte daher langfristig gegen einen Sockel tendieren.
Neubau von Eigenheimen stark rückläufig
In den 1970er Jahren wurden jährlich noch rund 250.000 Eigenheime fertiggestellt. Dieser Wert fiel bis zur Wiedervereinigung auf unter 150.000. Im Anschluss gab es in den neuen Bundesländern einen kräftigen Aufholeffekt. In der Mitte der 1990er Jahre wurden in der Spitze erneut fast 250.000 Eigenheime pro Jahr gebaut. Es folgte jedoch ein massiver jahrelanger Einbruch und im Jahr 2009 ein Allzeittief mit nur noch 84.000 Einheiten. […]
Die Urbanisierung ist ein langfristiger Treiber für den strukturellen Rückgang des Baus von Eigenheimen. Historisch wie auch heute sind die Arbeitsmärkte in Städten und Metropolregionen in vielerlei Hinsicht attraktiver als im ländlichen Raum. So bieten sie kurze Wege, eine sehr gute medizinische Versorgung, ein großes kulturelles Angebot und vieles mehr. Entsprechend erfolgen die Wanderungen dauerhaft in Richtung Metropolregionen. Die Wohnraumnachfrage ballt sich hierdurch auf engem Raum. […]
Werden irgendwann gar keine Einfamilienhäuser mehr gebaut?
[…] Aufgrund der Orientierung an lokalen Bedürfnissen, dem großen Platzangebot, der Bedeutung von Bauland für die Gemeindefinanzen und günstigeren Baukosten dürften auch weiterhin Eigenheime in kleineren Gemeinden gebaut werden. Daher werden die bundesweiten Baugenehmigungen über die kommenden Jahre voraussichtlich zwar strukturell abnehmen, langfristig aber gegen einen Sockel von möglicherweise 20.000-40.000 Eigenheimen pro Jahr tendieren.
Mietwohnungsmarkt für Eigenheime
In Deutschland gibt es laut dem Census 2022 rund 16,3 Mio. Eigenheime. Deren Anzahl hatte in den letzten Jahren kaum noch zugenommen. […] Nichtsdestotrotz dürften Eigenheime auf absehbare Zeit eine begehrte Wohnform bleiben. Aufgrund dieses Ungleichgewichts werden die Preise für Eigenheime voraussichtlich strukturell und stärker als für Wohnungen steigen. Auch das Vermieten von Eigenheimen dürfte in vielen Städten und Metropolregionen künftig noch attraktiver werden, als es heute bereits ist.
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