
Gezielte ukrainische Drohnenangriffe auf Logistikzentren des Onlinehändlers Wildberries könnten nach Einschätzung von The Bell zunehmend die russische Wirtschaft belasten.
Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf die Logistikinfrastruktur des russischen Onlinehändlers Wildberries fort. Nach Einschätzung des Journalisten Pyotr Mironenko und The Bell könnten die Folgen inzwischen über das Unternehmen hinausreichen und sich zunehmend auf die russische Gesamtwirtschaft auswirken.
Wildberries steht für bis zu 10% des russischen Einzelhandelsumsatzes. Nach Angaben von The Bell wurden innerhalb von drei Wochen Lagerflächen von rund 1,8 Mio. qm beschädigt oder zerstört. Das entspreche etwa einem Viertel der Logistikkapazitäten des Unternehmens. Zuletzt sei ein rund 180.000 qm großes Lager in der Region Samara vollständig ausgebrannt.
Marktteilnehmer aus dem russischen E-Commerce äußerten sich gegenüber The Bell zunehmend pessimistisch über die weitere Entwicklung des Unternehmens. Als wichtigste wirtschaftliche Folge sehen die Autoren die Gefahr einer weiter steigenden Inflation, da Lieferketten gestört und Waren knapper werden könnten. Diverse Händler stünden sogar vor einer Insolvenz, da sie ihr Geschäft nicht mehr richtig ausüben könnten, wenn der Nachschub fehlt.
Daneben verweist The Bell auf weitere Entwicklungen in Russland. Die verschärfte Migrationspolitik zeige Wirkung: Im ersten Halbjahr 2026 sei die Zahl der Arbeitsmigranten aus Zentralasien trotz Arbeitskräftemangels um 15% zurückgegangen.
Positiv fiel dagegen die jüngste Inflationsstatistik aus. Erstmals seit Mitte Mai seien die Verbraucherpreise auf Wochenbasis leicht um 0,02% gesunken. Ausschlaggebend seien niedrigere Kraftstoffpreise sowie saisonal günstigere Obst- und Gemüsepreise gewesen.
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