Musterdepot-Update: Spiel, Tor und… weiter wie bisher

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Diese Wochen wimmelt es von Quartalszahlen, die einen Überblick nicht nur für den Jahresauftakt liefern, sondern auch einen guten Ausblick – selbst für unser Musterdepot.

>> aus BondGuide #9-2026 vom 1. Mai<<

Das Musterdepot hat in den vergangenen 14 Tagen weitere 0,2 Punkte zugelegt und liegt nach genau einem Drittel des Jahres bei +2,7%. Kann man das mit drei multiplizieren für das Gesamtjahr? – unsere Prognose sagt ca. +7% voraus, da es von Januar bis aktuell doch einige Kursgewinne gab, die sich nicht so einfach hochrechnen lassen.

Die reconcept GmbH hebt das Emissionsvolumen ihres Green Global Energy Bond II – dies ist nicht die Anleihe hier im Musterdepot, sondern eine neuere – von 10 auf bis zu 12 Mio. EUR an. Hintergrund sei die hohe Nachfrage nach der grünen Anleihe, die in die internationale Projektpipeline des Unternehmens investiert. Der Kupon liegt bei 7,75% p.a., die Zeichnung ist noch bis zum 4. Mai stückzinsfrei möglich. Der Emissionserlös fließt in die Entwicklung von Wind-, Solar- und Batteriespeicherprojekten in den Kernmärkten Deutschland, Finnland und Kanada. Insgesamt verfügt reconcept hier über eine Pipeline von mehr als 10 GW, was die Wachstumsambitionen unterstreicht. Rückenwind erhält das Geschäft durch steigenden Strombedarf, zunehmende Elektrifizierung sowie den Ausbau von Datenzentren.

Die Mutares SE & Co. KGaA hat im Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Ergebnissprung erzielt. Der Konzernumsatz stieg auf 6,5 Mrd. EUR nach 5,3 Mrd. EUR im Vorjahr. Noch dynamischer entwickelte sich das EBITDA, das auf 675,3 Mio. EUR zulegte. Auch der Jahresüberschuss der Holding verbesserte sich auf 130,4 Mio. EUR und unterstreicht die hohe Exit-Dynamik des Geschäftsmodells. Für den Kapitalmarkt relevant ist jedoch ein anderer Punkt: Mutares hat im Geschäftsjahr 2025 eine Finanzkennzahl im Zusammenhang mit bestehenden Anleihen nicht eingehalten. Konkret betrifft dies das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital. Entscheidend ist jedoch die Reaktion der Investoren: Anleihegläubiger haben einem Waiver zugestimmt und verzichten bis Ende Juni 2026 auf eine Überprüfung besagter Kennzahl – damit ist das Thema vom Tisch.

Anleiheemittent der 2ten Bundesliga Schalke 04 kann wohl zu 95% sicher für den Aufstieg und damit die verdiente Rückkehr ins Bundesliga-Oberhaus planen. Im Top-Top-Spiel der 2ten Bundesliga musste Königsblau nach Paderborn, zum direkten Verfolger auf Platz 2. Und Schalke lag rasch 0:2 zurück. S04 drehte die Partie und obsiegte mit 3:2. Schalke hat nun bei noch drei Spieltagen 6 Zähler Vorsprung (auf immer noch Paderborn), 7 auf den Relegationsplatz (Hannover 96) und könnte am 32igsten Spieltag bereits den Aufstieg einnetzen. Paderborn spielt nämlich bei Elversberg, Platz 4. Die 1,5 Prozentpunkte einmalige Aufstiegsprämie rücken für uns Investoren also bereits in greifbare Nähe. Das Drehbuch hätte nicht besser verfasst sein können: Ein Heimsieg in der Veltins-Arena gegen die abstiegsbedrohte Fortuna Düsseldorf und Schalke wäre durch – mindestens Platz 2 sicher. Und einen taufrischen Brustsponsor hat Königsblau  schon jetzt eingetütet.

Die DEAG Deutsche Entertainment AG hat 2025 ein Rekordjahr verzeichnet: Der Umsatz stieg um rund ein Drittel auf 490,0 Mio. EUR, während sich das EBITDA auf 32,1 Mio. EUR mehr als verdoppelte. Die EBITDA-Marge verbesserte sich deutlich von 3,9 auf 6,6%. Gleichzeitig erreichte die Zahl der verkauften Tickets mit über 12 Mio. einen neuen Höchstwert. Für 2026 erwarte die DEAG weiterhin Ticketverkäufe auf hohem Niveau und eine steigende EBITDA-Marge, auch wenn der Umsatz aufgrund der Zyklik temporär unter dem Rekordjahr liegen könnte. Mittelfristig sieht sich das Unternehmen klar auf Wachstumskurs.

Mit Blick nach vorn bleibt die DRAG auf Wachstumskurs. Für 2026 bestätigt der Vorstand die ambitionierte Prognose von 260 bis 280 Mio. EUR Umsatz sowie einem EBITDA von 290 bis 310 Mio. EUR – getragen von einem deutlich ausgeweiteten Bohrprogramm und einem weiterhin konstruktiven Ölpreisumfeld. Ergänzend werde erstmals eine Prognose für 2027 ausgegeben: Hier werden 280 bis 300 Mio. EUR Umsatz und ein EBITDA von 210 bis 230 Mio. EUR erwartet.

Die Karlsberg Brauerei GmbH schenkte ihren taufrischen Jahresabschluss 2025 aus. Danach zeichnete sich das inländische Markengeschäft im Vorjahr zwar durch eine stabile Entwicklung aus, rückläufige Exporte, spürbar gesunkene sonstige betriebliche Erträge sowie ein insgesamt höheres Kostenniveau bescherten der inhabergeführten Traditionsbrauerei jedoch eine leicht schale Ergebnisentwicklung. Die operativen Ergebniskennzahlen adjustiertes EBITDA und EBIT in Höhe von 16,0 Mio. EUR (17,8) respektive 6,6 Mio. EUR (8,0) lagen moderat unter Vorjahresniveau.

Beide Titel befinden sich im Musterdepot

4finance vs. Multitude

Ausblick
Im BondGuide Musterdepot gibt es keinerlei erkennbaren Grund für Veränderungen, zumal ‚Must-haves‘ wie DRAG, Schalke, UBM und DEAG schon seit H2/2025 im Depot sind und sich hochkarätige Namen bisher nicht für 2026 aus der Deckung gewagt haben. Ich warte weiterhin auf etwas aus dem Hause Katjes – dann ergäbe sich ganz sicher Handlungsbedarf.

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