Börse Stuttgart-News: bonds weekly

STUTTGART (BOERSE-STUTTGART AG) – Der Newsletter rund um den Anleihenhandel. Ausgabe 24 / 14.06.2013

US-RATING: S&P DROHT NICHT MEHR MIT HERABSTUFUNG

Gute Nachrichten gab es in dieser Woche für die USA. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hob den Ausblick für die USA von „negativ“ auf „stabil“ an. Somit ist die Gefahr einer weiteren Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit vorerst gebannt. Die Wahrscheinlichkeit für weitere „Downgrades“ beziffern die Analysten von S&P auf unter 30 Prozent. S&P begründet diesen Schritt mit den zuletzt gestiegenen Steuereinnahmen sowie den jüngsten Reformen der Politik, die langfristige Verschuldung in den Griff zu bekommen. Insbesondere die jüngste Rallye an den Aktienmärkten hätte dem amerikanischen Fiskus ein deutliches Plus beschert.

Die Heraufstufung der USA ist zweifelsohne eine positive Nachricht und spiegelt sicherlich die jüngste Gesundung der amerikanischen Wirtschaft wider. Andererseits sind die USA noch immer weit davon entfernt das Spitzenrating von „AAA“ zurückzuerhalten. Bereits seit 2011 werden die USA bei der Ratingagentur nur mehr unter „AA+“ geführt und das aus gutem Grund, so S&P: „Wir glauben, dass unser aktuelles ‚AA+‘ – Rating bereits die geringere Fähigkeit der gewählten amerikanischen Politiker berücksichtigt, schnell und effektiv auf langfristigen Druck bei den öffentlichen Finanzen zu reagieren als Abgeordnete in Staaten mit einem höheren Rating“. Dieser Punkt dürfte spätestens dann wieder interessant werden, wenn neue Verhandlungen zur Anhebung der Schuldenobergrenze anstehen. Zuletzt überschatteten die öffentlich ausgetragenen Grabenkämpfe zwischen Republikanern und Demokraten immer wieder eine tragfähige und langfristige Lösung der Schuldenproblematik.

Rentenmarkt: Deutschland spart durch Minizinsen

Wie lukrativ ein Spitzenrating sein kann, wird derzeit am Beispiel Deutschlands besonders deutlich: Laut einem Zeitungsbericht sparte der deutsche Staat zuletzt bis zu 100 Milliarden Euro bei der Emissionen von neuen Staatsanleihen. Allein seit 2009, so das Institut für Wirtschaft (IfW) in Kiel, habe der deutsche Staat bei der Ausgabe neuer Papiere rund 80 Milliarden Euro an Zinsen gespart. In die Berechnungen des IfW flossen alle seit 2009 emittierten Bundesanleihen ein. Zur Ermittlung der Ersparnis wurde der Durchschnittszinssatz der vorangegangen zehn Jahre (von 1999 bis 2008) herangezogen. Seit 2008 profitiert Deutschland von sinkenden Zinsen auf dem Rentenmarkt – vereinzelt gab es in den vergangenen Monaten Emissionen von Geldmarktpapieren mit negativer Realverzinsung.

Bei der Refinanzierung profitiert der deutsche Staat derzeit gleich von mehreren Faktoren. Zum einen profitiert der deutsche Staat naturgemäß ebenfalls von den historisch tiefen Leitzinsen im Euro-Raum. Zum anderen gelten deutsche Bundesanleihen mit einem Rating von „AAA“ zu den sichersten Anleihen der Welt – ein erlauchter Kreis, der in den vergangenen Jahren sukzessive kleiner wurde. Und zu guter Letzt profitiert Deutschland von einem gewissen Anlagenotstand der Anleger. Mit einem Gesamtvolumen von über einer Billion Euro gehört der deutsche Bondmarkt zu den größten der Welt. Die Melange aus vermeintlich sicherer Anlage und hoher Liquidität machen deutsche Staatsanleihen – nicht nur für institutionelle Investoren – derzeit ganz besonders attraktiv.

Bund-Future: Stabilisierung zum Wochenende

Das deutsche Anleihebarometer hatte im Verlauf der Woche zahlreiche Rückschläge zu verkraften und rutschte zeitweise unter die 143 Prozent-Marke. Mittlerweile scheint sich der Bund-Future wieder gefangen zu haben und notiert nahezu unverändert gegenüber der Vorwoche.

Anlegertrends

NACH PROTESTEN: TÜRKISCHE LIRA BRINGT FREMDWÄHRUNGSANLEIHEN UNTER DRUCK

Gut drei Wochen nach Ausbruch der Unruhen kehrt auf türkischen Straßen noch immer keine Ruhe ein. Und die anhaltenden Proteste hinterlassen mittlerweile verstärkt Spuren auf dem Finanzmarkt und bei der türkischen Währung.

Allein der Aktienindex der Istanbuler Börse ISE 100 verlor am ersten Handelstag nach Ausbruch der Unruhen zwischenzeitlich über acht Prozent an Wert. Auf Monatssicht beläuft sich das Minus mittlerweile auf über 16 Prozent. Die türkische Währung fiel zuletzt auf den tiefsten Stand seit knapp zwei Jahren, weshalb sich zuletzt die türkische Notenbank zur Intervention genötigt sah und gegen die „exzessiven Schwankungen“ vorgehen will. Während man vielerorts nicht genug von einer expansiven Geldpolitik bekommen kann, will die türkische Notenbank die Zügel straffen und unter anderem die sogenannten Offenmarktgeschäfte deutlich zurückfahren. Hierdurch würde den türkischen Banken Liquidität entzogen und die im Umlauf befindliche Geldmenge reduziert werden. Zudem kündigte die Notenbank an, mit Fremdwährungsverkäufen unmittelbar am Devisenmarkt zu reagieren.

Beim Blick auf den Rentenmarkt wird deutlich, weshalb sich die Notenbank zur Intervention genötigt sieht: Nahezu alle in Stuttgart handelbaren Schuldverschreibungen in türkischen Lira standen in den vergangenen Wochen unter enormem Abgabedruck. Kursverluste von mehr als fünf Prozent – selbst bei vermeintlich sehr solventen Schuldnern – sind derzeit keine Seltenheit. Besonders hart getroffen hat es die Europäischen Investitionsbank (EIB) von der gleich 20 Anleihen, notiert in türkischen Lira, in Stuttgart handelbar sind. Trotz des Spitzenratings der Emittentin von „AAA“ verloren die Schuldverschreibungen der EIB teilweise über zehn Prozent an Wert. Wenngleich die jüngsten Kursverluste von einigen Anlegern mittlerweile wieder zum Einstieg genutzt werden, ist der Handel bei Anleihen, notiert in türkischen Lira, noch stark volatil. Ein ähnliches Schicksal erlitten zuletzt auch die Schuldverschreibungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Allerdings konnten die KfW-Anleihen im Schnitt zuletzt wieder etwas deutlicher zulegen, als vergleichbare EIB-Schuldverschreibungen.

bondm-News

3W Power S.A.

Auf der Hauptversammlung am Dienstag dieser Woche sind nach Angaben des Unternehmens die präsentierten Beschlüsse bewilligt worden – insbe-sondere der Jahresabschluss 2012, die Verwendung des Jahresergebnisses, die Entlastung der Direktoren, die Bestellung des Board of Directors, deren Vergütung für 2013 sowie die Erneuerung des Mandats der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für den Jahresabschluss 2013.

German Pellets GmbH

Gute Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr ver-öffentlichte der Hersteller von Holzpellets in dieser Woche. Auf Basis vorläufiger Zahlen legte der Konzernumsatz von 286 Mio. Euro auf 519 Mio. Euro zu. Erstmals sei auch die zur Jahresmitte 2011 über-nommene FireStixx Holz-Energie GmbH zu 100 % konsolidiert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich auf 39,6 Mio. Euro (2011: 29,6 Mio. Euro), das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 8 Mio. Euro auf 23,4 Mio. Euro.

eterna Mode Holding GmbH

Aktiv in Sachen Finanzstruktur ist der Passauer Hemden- und Blusenhersteller in dieser Woche. Nach eigenen Angaben wurde mit dem Großinvestor und Gesellschafter Quadriga Capital eine Vereinbarung zum Rangrücktritt des bestehenden Gesell-schafterdarlehens in Höhe von 28 Mio. Euro getroffen. Darüber hinaus verpflichtet sich der Private- Equity‐Investor zur Kapitalbelassung im Unternehmen, wodurch für das Gesellschafterdarlehen weder Zins‐ noch Tilgungszahlungen erfolgen, bevor nicht sämtliche Ansprüche der Anleihegläubiger erfüllt wurden. Außerdem informierten die Passauer in dieser Woche über ihre Pläne, die im Herbst ver-gangenen Jahres begebene Anleihe um ein Volumen von bis zu 20 Millionen Euro aufzustocken. Im Rahmen einer Privatplatzierung werde diese prospektfrei institutionellen Investoren angeboten.

zeichnungen in stuttgart

Cloud No. 7 GmbH

Unternehmensportrait

Am Donnerstag, den 20. Juni 2013 beginnt die Zeichnung der erstrangig besicherten Immobilienanleihe der Cloud No. 7 GmbH – einer Projektgesellschaft zur Finanzierung der Bauphase des gleichnamigen Immobilienprojektes direkt im Zentrum Stuttgarts. Dort, im neuen Europaviertel, entstehen auf 18 Etagen ein design-orientiertes First-Class-Hotel mit ca. 170 Zimmern sowie exklusive Wohnungen mit Weitblick (ca. 26 Eigentumswohnungen, zwei Penthäuser und ca. 25 Business-Appartements). Die Baugenehmigung wird für August erwartet. Für das Hotel wurde ein 20-jähriger Pachtvertrag mit der Steigenberger Hotels AG abgeschlossen.

Die Cloud No. 7 GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Schwäbische Wohnungs-AG, Stuttgart, die als Projektentwickler schwerpunktmäßig in den Bereichen Wohnen sowie Logistikzentren tätig ist und zur Dr. Aldinger & Fischer Un-ternehmensgruppe gehört. Die Gesellschaft hat nach eigenen Angaben zur Projektrealisierung den Weg der Anleihefinanzierung gewählt, da diese einen schnellen Baubeginn und damit die Nutzung eines Zeitfensters im Sommer 2013 ermöglicht, das sich aufgrund von Abhängigkeiten mit der Nachbarbebauung ergibt.

Zum Wertpapier

Die erstrangig besicherte Unternehmensanleihe mit einem Volumen von bis zu 35 Millionen Euro dient der Finanzierung der Erstellungskosten des Wohn- und Hotelkomplexes Cloud No. 7. Das von Creditreform mit BBB geratete Wertpapier hat einen Festzins von 6,0 % und eine Laufzeit von maximal 4 Jahren. Die Anleihebedingungen sehen vor, dass die Schuldverschreibungen bereits nach einer Laufzeit von 2,5 Jahren (auch teilweise) zurückgezahlt werden können, wenn beispielsweise durch den Verkauf von Wohnungen oder des Hotels ausreichend liquide Mittel eingenommen wurden. Die Anleihe ist mit einer erstrangigen Grundschuld in Höhe von 40 Millionen Euro besichert. Außerdem erfolgt eine Abtretung künftiger Pachteinnahmen aus dem Pachtvertrag mit der Steigenberger Hotel AG. Der bestellte Treuhänder kontrolliert die Mittelverwendung und verwaltet ein mit den ersten beiden Zinszahlungen dotiertes Treuhandkonto.

börse stuttgart tv

EZB: EURO-RETTUNGSKURS VOR GERICHT

Die Verfassungsrichter in Karlsruhe sollen klären, ob die Politik der EZB noch vereinbar mit der deutschen Verfassung ist. “Ökonomisch bewegen wir uns in einer Grauzone zwischen Geldpolitik und Fiskalpolitik”, konstatiert der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest. Was heißt das für die Verfassungsrichter und die EZB? Das Börse Stuttgart Anleihenforum zum Thema.

Neueinführungen an der Börse Stuttgart

STADA Arzneimittel AG

Nach wie vor rege Handelsumsätze weist die jüngst emittierte Anleihe des Herstellers von Generika und rezeptfreien apothekenpflichtigen Arzneimitteln mit Sitz in Bad Vilbel auf. Täglich über 1,5 Millionen Euro werden in Stuttgart umgesetzt. Das Wertpapier notiert bei etwa 100,4 und damit fast 100 Basispunkte über dem Kurs bei Vorstellung der Anleihe in der letzten Ausgabe dieses Newsletters.

Total Capital S.A.

Die Finanztochter des französischen Mineralölkonzerns Total emittiert in dieser Woche eine fünfjährige Anleihe mit einem Volumen von 600 Millionen Norwegischen Kronen. Mit einem Umsatz in 2012 von knapp über 200 Milliarden Euro zählen die Franzosen zu den größten Ölkonzernen weltweit. Unter dem Strich blieben dem im bekannten Pariser Viertel La Défense beheimateten Unternehmen immerhin 10,7 Milliarden Euro (bzw. „adjusted net income“ sogar in Höhe von 12,4 Milliarden Euro). Das in Inhaberteilschuldverschreibungen à 10.000 NOK unterteilte Wertpapier wurde von S&P mit AA- bewertete. Der Zins in Höhe von 2,5 Prozent p.a. wird jährlich am 14. Juni fällig. Die Anleihe notiert mit knapp über 99 unterhalb ihres Emissionspreises von 99,907.

More & More AG

Seit Montag dieser Woche wird die Anleihe der More & More AG im Segment Bondm gehandelt. Nach Angaben des Unternehmens wurden innerhalb der letzten Freitag endenden Zeichnungsphase acht Millionen Euro platziert. Die Anleihe notiert aktuell bei etwa 99 Prozent.

Quelle: Boerse Stuttgart AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein boerse-stuttgart AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

US-Anleihen bauen Gewinne aus

NEW YORK (dpa-AFX) – Amerikanische Staatsanleihen haben am Freitag anhaltend fest tendiert. Hauptthema am Markt ist nach wie vor die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Am kommenden Mittwoch wird der Ofenmarktausschuss FOMC seine Entscheidungen bekanntgeben, neue Wachstumsprognosen veröffentlichen und möglicherweise Hinweise auf den Zeitpunkt einer ersten geldpolitischen Straffung geben.

In der Nacht zum Freitag hatten die Treasuries mit deutlichen Kursverlusten auf einen Artikel des ‚Wall Street Journal‘ von Fed-Insider Jon Hilsenrath reagiert. Dort heißt es, selbst wenn die Federal Reserve ihre Anleihekäufe demnächst etwas reduzieren würde, deute das nicht auf ein schnelles Ende der quantitativen Lockerung oder auf baldige Zinserhöhungen hin.

Zweijährige Anleihen standen unverändert bei 99 30/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,28 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 6/32 Punkte auf 99 28/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,02 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen legten um 7/32 Punkte auf 96 21/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 2,13 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren erhöhten sich um 11/32 Punkte auf 92 Punkte. Sie rentierten mit 3,30 Prozent./bgf/hbr

Deutsche Anleihen halten sich im Plus

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen sind am Freitag mit der Hoffnung auf eine weiter lockere Geldpolitik in den USA gestiegen. Im gesamten Euroraum kletterten die Kurse zum Wochenausklang. Der für den deutschen Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,31 Prozent auf 143,64 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel im Gegenzug auf 1,53 Prozent.

Die Aussicht auf langfristiges Billiggeld in den USA treibe die Kurse, sagten Händler. Das gewohnte Handlungsschema ‚Risk-on/Risk-off‘ sei vor der mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche durch die Devise ‚Liquidity-on/Liquidity-off‘ verdrängt worden. Das erkläre auch, warum Anleihe- und Aktienmärkte zuletzt häufig in die gleiche Richtung schwankten.

In der Nacht zum Freitag hatte ein Artikel des Fed-Insiders Jon Hilsenrath im ‚Wall Street Journal‘ die Märkte in Aufruhr versetzt. Dort heißt es, selbst wenn die Federal Reserve ihre Anleihekäufe demnächst etwas reduzieren würde, deute das nicht auf ein schnelles Ende der quantitativen Lockerung oder auf baldige Zinserhöhungen hin./hbr/jsl

Deutsche Anleihen starten mit Gewinnen

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen sind am Freitag fest in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,24 Prozent auf 143,54 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel um rund zwei Basispunkte auf 1,54 Prozent.

An den Finanzmärkten rückt zusehends die Zinssitzung der US-Notenbank Fed in den Fokus. Der geldpolitische Ausschuss FOMC wird am kommenden Mittwoch seine Entscheidungen bekanntgeben. Mit Spannung wird erwartet, ob die Notenbank Hinweise gibt, wann sie ihre einen ersten Schritt zur Straffung ihrer Geldpolitik vornehmen wird. Neue Konjunkturdaten werden deswegen genau beäugt. Je eher diese auf ein beschleunigtes Wachstum hindeuten, desto näher könnte eine Verringerung der Anleihekäufe rücken./bgf/hbr

US-Anleihen: Erholt

NEW YORK (dpa-AFX) – US-amerikanische Staatsanleihen haben sich am Donnerstag etwas erholt. Die zuletzt auf mehrmonatige Hochs gestiegenen Renditen gaben entsprechend etwas nach.

Zweijährige Anleihen rückten um 1/32 vor auf 99 28/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,31 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 7/32 auf 99 16/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,10 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen gewannen 14/32 auf 96 6/32 Punkte. Ihre Rendite errechnete sich bei 2,18 Prozent. Für Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren ging es um 21/32 nach oben auf 91 12/32 Punkte. Das entspricht einer Rendite von 3,33 Prozent./ag/jha/

RATING: Kanadische DBRS bestätigt Österreichs Bestnote ‚AAA‘

WIEN (dpa-AFX) – Die kanadische Finanz-Ratingagentur DBRS hat am Donnerstag für Österreich die Bestnote eines Triple-A mit stabilem Ausblick bestätigt. Für Finanzministerin Maria Fekter (V) zeigt dies, dass sich die stabilitätsorientierte Finanzpolitik Österreichs als die richtige erwiesen habe, freute sich Fekter am Abend in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

DBRS verweist in der Erklärung zur Rating-Bestätigung darauf, dass die ‚AAA‘-Note durch starke makroökonomische Fundamentaldaten untermauert werde. So verweist die kanadische Agentur auf verbesserte Konsolidierungsmaßnahmen Österreichs und ein moderates Wirtschaftswachstum. Zudem profitiere unser Land von einem günstigen Staatsverschuldungs-Profil, heißt es.

Bei Fitch hat Österreich ebenfalls ein Triple-A. Allerdings hatte Standard & Poor’s (S&P) das Land – und acht weitere Eurostaaten – bereits im Januar 2012 zurückgestuft, Österreich auf ‚AA+‘. Im Januar 2013 gab S&P Österreich die Bestnote zwar nicht zurück, hob aber den Ausblick von negativ auf stabil an. Fitch hat das Triple-A für Österreich zuletzt im November bestätigt./sp/sp/APA/jha

Vermögensverwalter Carmignac empfiehlt japanische Aktien

FRANKFURT (dpa-AFX) – Japanische Aktien sind für den Vermögensverwalter Carmignac Gestion trotz der Börsenturbulenzen nach wie vor eine vielversprechende Geldanlage. Gold dagegen als klassisches Sicherheits-Investment habe seinen Glanz verloren, sagte Didier Saint-Georges, der im Investmentkommittee von Carmignac sitzt, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Gleiches gelte für andere ’sichere Häfen‘ wie deutsche und amerikanische Staatsanleihen. Lohnend könnten noch Immobilien sein. Allerdings müssten die Anleger wegen der deutlichen regionalen Unterschiede genau hinschauen.

‚Letztes Jahr waren wir in Japan noch überhaupt nicht investiert‘, räumte Saint-Georges ein. Er erinnerte daran, dass der dortige Leitindex Nikkei 225 seit Jahresanfang ungeachtet heftiger Schwankungen per saldo um knapp 20 Prozent zugelegt hat. Es bleibe zwar abzuwarten, ob die expansive Geldpolitik und die Konjunkturprogramme zum erhofften Wirtschaftswachstum führten, und zwischenzeitliche Rückschläge sowie Enttäuschungen seien vorprogrammiert. Doch immerhin stehe die ‚Abenomics‘ genannte, ehrgeizige Strategie von Regierungschef Shinzo Abe für eine klare Richtung.

Ein weiteres interessantes Investmentthema sei der Konsum in aufstrebenden Schwellenländern wie China. Zwar leide auch die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt unter einer nachlassenden Konjunkturdynamik, was sich sowohl bei den Exporten als auch bei den Investitionen für die Infrastruktur bemerkbar mache. Doch die Wachstumsraten blieben hoch und die Kauflust der Verbraucher dürfte weiter zunehmen.

Um davon als Anleger zu profitieren, ‚muss man nicht die Aktien dortiger Unternehmen kaufen‘, empfahl Saint-Georges. Er favorisiert exportstarke europäische Unternehmen wie die deutschen Autobauer Volkswagen und BMW, den spanischen Textilkonzern Inditex und den Schweizer Nahrungsmittelhersteller Nestle. In Brasilien – 2014 Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft – räumt der Experte vor allem Unternehmen aus dem Bereich Infrastruktur gute Geschäftschancen ein. Das südamerikanische Land habe hier im Vergleich etwa zu China noch deutlichen Nachholbedarf.

Seine Goldbestände hat der Experte inzwischen abgestoßen. Trotz der lockeren Geldpolitik der großen Notenbanken sei keine Inflation in Sicht, so die Begründung. In Europa liege sie sogar auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. Vielmehr sei das Risiko einer Deflation derzeit höher einzuschätzen. Gnädiger fällt Saint-Georges‘ Urteil zu den auch oft als ‚Betongold‘ bezecihneten Immobilien aus. Allerdings sei dieser Markt sehr fragmentiert, gab er zu bedenken. Weiterhin überteuerten Immobilien in Spanien und Frankreich stünden attraktivere Möglichkeiten im erholten US-Markt sowie in Deutschland gegenüber.

Bei Staatsanleihen bevorzugt der Vermögensspezialist die Peripherieländer der Eurozone wie etwa Italien. Die weiter schwache Konjunktur scheine sich dort zumindest nicht mehr zu verschlechtern, sagte er. ‚Sichere Häfen‘ wie deutsche Bundesanleihen sind Saint-Georges inzwischen schlichtweg zu teuer. Gleiches gilt für US-Staatsanleihen, die er aus seinen global investierten Fonds verbannt hat – ‚und nicht etwa aus Furcht vor einem Ausverkauf‘.

Auch bei Unternehmensanleihen ist der Preisaspekt für den Experten entscheidend. Daher setzt er auf die Papiere von Gesellschaften mit einer mittleren Kreditwürdigkeit (BBB) – insbesondere aus dem Finanzsektor – anstatt auf Emittenten mit einer erstklassigen Bonität./gl/stk/fbr

— Gespräch: Gerold Löhle, dpa-AFX —

Deutsche Anleihen: Schwacher Aktienmarkt stützt

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen haben am Donnerstag gestützt durch die trübe Stimmung an den Aktienmärkten fester tendiert. Der japanische Aktienmarkt war abermals eingebrochen, was an den europäischen Börsenplätzen ebenfalls zu Verlusten führte. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum späten Nachmittag um 0,30 Prozent auf 143,22 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 1,57 Prozent.

Ein schwacher Wachstumsausblick der Weltbank hatte zunächst die Stimmung an den Börsen Asiens und dann auch in Europa belastet und die Anleihen gestützt. Die am Nachmittag veröffentlichten besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten drückten die Kurse der Festverzinslichen nur vorübergehend. Die US-Einzelhandelsumsätze waren stärker als erwartet gestiegen, während die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend gefallen waren. Zeitweise war der Bund-Future nach den Daten bis auf 142,91 Punkte gefallen. Er erholte sich jedoch rasch wieder./jsl/jha/

US-Anleihen legen zu – schwache Aktienmärkte beflügeln

NEW YORK (dpa-AFX) – US-Staatsanleihen haben am Donnerstag fest tendiert. Am Markt wurde die schlechte Stimmung an den weltweiten Börsen als Grund genannt. Ausgehend von den asiatischen Aktienmärkten, die teils stark nachgaben, tendierten auch andere Börsenplätze schwach. Sichere Anlagen wie Staatsanleihen erster Adressen waren deswegen gefragter.

Zweijährige Anleihen standen unverändert bei 99 27/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,32 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 3/32 Punkte auf 99 12/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,13 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen legten um 6/32 Punkte auf 95 30/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 2,21 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren erhöhten sich um 13/32 Punkte auf 91 3/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,35 Prozent./bgf/jha/

Deutsche Anleihen profitieren von schwachen Aktienmärkten

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen haben am Donnerstag mit deutlichen Gewinnen auf eine schlechte Börsenstimmung in Asien und Europa reagiert. Der japanische Aktienmarkt war abermals eingebrochen, was an vielen anderen Börsenplätzen ebenfalls zu Verlusten führte. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag indes um 0,27 Prozent auf 143,19 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 1,56 Prozent.

Ein schwacher Wachstumsausblick der Weltbank trübte die Stimmung an den Börsen Asiens stark ein. Die japanischen Börsen wurden zudem von dem immer stärkeren Yen belastet. Der Nikkei-Index gab um mehr als sechs Prozent nach. Andere asiatische Aktienmärkte lagen ebenfalls im roten Bereich, ebenso die europäischen Börsen. Die Nachfrage nach sicheren Anlagen, zu denen Bundesanleihen zählen, zog spürbar an./bgf/jsl

Italiens Zinsen steigen bei Anleiheauktion – Nachfrage stabil

ROM/FRANKFURT (dpa-AFX) – Italien pumpt im unsicheren Umfeld Investoren an – und kommt glimpflich davon. Bei einer Anleiheauktion zogen die Zinsen am Donnerstag nur moderat an, wie Angaben der italienischen Schuldenagentur in Rom zeigen. Dabei war der Zeitpunkt heikel: Zuletzt stieg das Misstrauen der Anleger gegenüber Staatsanleihen der Euro-Krisenländer wieder. Analysten machen das Verfahren zur Euro-Rettung vor dem Bundesverfassungsgerichts und die Angst vor dem Ende der Billiggeld-Flut verantwortlich. Zudem fürchten sich die Märkte offenbar vor neuen Schuldenschnitten. Vor diesem Hintergrund werteten Händler die Versteigerung als Erfolg.

2,38 Prozent Zinsen musste Italien bieten, um sich für drei Jahre frisches Geld zu leihen. Bei der letzten Auktion am 13. Mai waren es noch 1,92 Prozent gewesen. Die Kreditaufnahme über 15 Jahre kam die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft hingegen sogar etwas günstiger zu stehen als zuletzt – die Zinsen gingen von 4,68 Prozent auf 4,67 Prozent zurück. Insgesamt sammelte das Schatzamt 4,9 Milliarden Euro ein und konnte sein Ziel damit annähernd erreichen. Die Nachfrage blieb stabil. Im Vergleich zu den bisherigen Höhepunkten der Schuldenkrise bleiben auch die Zinsen auf niedrigem Niveau. Allerdings könnten sie nach Einschätzung von Experten zunächst durchaus wieder klettern.

Für Unsicherheit sorgt das Bundesverfassungsgericht: Die Richter stellen das Versprechen der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls in großem Stil Staatsanleihen von Krisenländern aufzukaufen, in Frage. Damit ist das effektivste Instrument, um die Finanzmärkte ruhigzustellen, auf dem Prüfstand. Nach zweitägiger Anhörung von Experten hat das Gericht bislang zwar wenig Neues geliefert. Ein Urteil wird ohnehin erst im Herbst erwartet. Allerdings hätten die Richter Sorgen entflammt, dass Deutschland umfassende Änderungen der EU-Verträge fordern könnte, damit die EZB ihr Anleihekaufprogramm wirklich startet, sagt Commerzbank-Expertin Peggy Jäger.

Viele Anleihemärkte stehen ohnehin unter Druck, weil Anleger fürchten, die US-Notenbank Fed könnte ihre weit geöffneten Geldschleusen zu schließen beginnen. Die Währungshüter tagen in der nächsten Woche. Spekulationen über eine Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe, mit denen die Wirtschaft angeschoben werden soll, halten Anleger in Atem. Aus Angst vor einem Ende des billigen Geldes, bauen Investoren ihre Positionen in riskanteren Anlageklassen ab. Anleihen aus den Euro-Krisenländern leiden zusätzlich unter Befürchtungen weiterer Umschuldungen. Die Debatte wurde mit Blick auf Griechenland zuletzt wieder vom Internationalen Währungsfonds (IWF) angestoßen./hbr/jsl

Finanzagentur: Bund-Länder-Anleihe startklar

FRANKFURT (dpa-AFX) – Die erste gemeinsame Anleihe von Bund und Ländern könnte noch vor der Sommerpause an den Start gehen. Das sagte Tammo Diemer, Geschäftsführer der mit der Schuldenverwaltung beauftragten Deutschen Finanzagentur, in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der ‚Börsen-Zeitung‘.

An dem Pilotprojekt soll sich die Mehrheit der Länder beteiligen. Eine gemeinschaftliche Haftung schließt Diemer jedoch aus, jeder Emittent müsse für seinen eigenen Anteil geradestehen. Die Anleihe soll über ein Bankenkonsortium platziert werden. Als Laufzeit zeichneten sich fünf, sieben oder zehn Jahre ab.

Diemer rechnet mit großer Nachfrage: ‚Aufgrund der zu erwartenden breiten Länderbeteiligung, der substanziellen Bundbeteiligung und des insgesamt erwarteten hohen Volumens haben viele Investoren signalisiert, eine mögliche Bund-Länder-Anleihe zu zeichnen.’/hbr/bgf

Deutsche Anleihen starten mit deutlichen Gewinnen

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen sind am Donnerstag fest in den Handel gegangen. Beobachter nannten die sehr schwachen asiatischen Börsen, insbesondere in Japan und Thailand, als Grund. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,27 Prozent auf 143,17 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 1,56 Prozent.

Ein schwacher Wachstumsausblick der Weltbank trübte die Stimmung an den Börsen Asiens stark ein. Die japanischen Börsen wurden zudem von dem immer stärkeren Yen belastet. Der Nikkei-Index gab um mehr als sechs Prozent nach, andere asiatische Aktienmärkte lagen ebenfalls im tiefroten Bereich. Die Entwicklung beflügelte die Nachfrage nach sicheren Anlagen, zu denen Bundesanleihen zählen./bgf/hbr

US-Anleihen: Schwäche setzt sich fort

NEW YORK (dpa-AFX) – US-amerikanische Staatsanleihen haben nach einem Tag Unterbrechung zur Wochenmitte ihre jüngste Schwäche fortgesetzt. Die Rendite für Rentenpapiere mit zehnjähriger Laufzeit erreichte den höchsten Stand seit vierzehn Monaten, nachdem eine Auktion frischer US-Papiere im Volumen von 21 Milliarden US-Dollar auf die geringste Nachfrage seit August 2012 gestoßen war. Belastend wirkt weiter die Sorge vor einem geringeren Tempo der US-Notenbank bei ihren Anleihekäufen.

Zweijährige Anleihen fielen um 1/32 auf 99 27/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,33 Prozent. Fünfjährige Anleihen sanken um 6/32 auf 99 9/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,15 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen verloren um 13/32 auf 95 22/32 Punkte. Ihre Rendite errechnete sich bei 2,24 Prozent. Für Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren ging es um 1 6/32 nach unten auf 90 19/32 Punkte. Das entspricht einer Rendite von 3,38 Prozent./ag/jha/

Deutsche Anleihen mit moderaten Gewinnen

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen haben am Mittwoch etwas fester tendiert. Der Abwärtstrend seit Wochenbeginn konnte damit vorerst gestoppt werden. Händler sprachen allerdings von einer Gegenbewegung ohne fundamentale Gründe. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Abend um 0,09 Prozent auf 142,86 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank leicht auf 1,59 Prozent.

Die Verhandlung über die Euro-Rettungspolitik vor dem Bundesverfassungsgericht beeindruckte Anleger offenbar auch am zweiten Tag wenig. Auch datenseitig gab es wenig Impulse. Nach Angaben des Statistikamtes Eurostat konnten die Industrieunternehmen des Euroraums ihre Produktion im April zum dritten Mal in Folge steigern, wenn auch nur leicht.

Am Primärmarkt deutet der Trend weiter in Richtung steigender Renditen. Sowohl Italien als auch Deutschland mussten zur Wochenmitte höhere Zinsen für frisches Geld bieten. Massiv unter Druck blieben am Sekundärmarkt griechische Staatspapiere. Neben gescheiterten Privatisierungsplänen sorgten Nachrichten über ein Misstrauensvotum gegen die Regierung in Athen und die andauernde Befürchtung weiterer Umschuldungen für Unsicherheit./hbr/jha/

ANALYSE/Pictet: Weiter Vorsicht bei Aktien – Europa und China als Risiko

FRANKFURT (dpa-AFX) – Trotz der Kursrally in den vergangenen Monaten ist bei Aktien weiter Vorsicht geboten. ‚Ein zusätzlicher deutlicher Anstieg der Märkte erfordert erkennbare Anzeichen für ein positiveres wirtschaftliches Umfeld‘, sagte Alfred Roelli, Sprecher für Finanzanalyse bei der Schweizer Privatbank Pictet, am Mittwoch in Frankfurt.

In Europa sei die Lage unverändert schwierig, fuhr der Experte fort. ‚Der Euroraum ist weiterhin instabil und bleibt ein Problemfall.‘ Insbesondere in Frankreich sei die Krise noch nicht vorbei.

Zudem stiegen in den Schwellenländern die Risiken. Angesichts der niedrigeren Zinsen nehme die Verschuldung auf Firmen- und Staatsebene wieder zu, sagte Roelli. Sorgen bereitet dem Experten vor allem China: ‚Das industrielle Wachstum schwächt sich ab, die Bautätigkeit aber nimmt weiter zu. Das ist ungesund.‘ Insgesamt jedoch blieben die Emerging Markets auf Wachstumskurs.

Positiv stimme dagegen die Entwicklung in den Vereinigten Staaten. ‚Die USA bleiben die Lokomotive der Weltwirtschaft‘, meinte der Pictet-Fachmann. Die Amerikaner hätten ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Rest der Welt zum Teil wieder erreicht. Der Nachholbedarf auf dem Immobilienmarkt gebe der Wirtschaft nun anhaltende Impulse und sorge für ein andauerndes Beschäftigungswachstum.

Sollte der Weltkonjunkturzyklus dank des Rückenwindes aus den USA eindeutig nach oben drehen, sei mit einem Anstieg der Aktienmärkte und insbesondere der zyklischen Werte zu rechnen, sagte Roelli: ‚Die Anzeichnen verdichten sich, dass die Märkte nach über fünf Jahren von einem Krisenregime zu einem von fundamentalen Faktoren getriebenen Regime zurückkehren.‘ So rückten die Unternehmensgewinne immer mehr in den Fokus der Investoren und die Schuldenkrise in den Hintergrund. Die Bilanzen der Firmen seien wieder in der Nähe des Vorkrisen-Niveaus.

Derzeit seien die Anleger insgesamt immer noch stärker an den festverzinslichen Werten als an Aktien interessiert. Die liege daran, dass Anleihen als eher sicher gelten. Die jüngsten Zuflüsse, die die Aktienmärkte so stark nach oben getrieben hätten, tauchten in den Statistiken als ‚Ausreißer‘ auf. Von einem eindeutigen Stimmungsumschwung könne noch keine Rede sein. ‚Das könnte ein Hinweis darauf sein, was uns noch bevorsteht, wenn die Masse der Anleger auf den fahrenden Zug aufspringt‘, hieß es./la/rum

US-Anleihen eröffnen etwas schwächer

NEW YORK (dpa-AFX) – US-Staatsanleihen haben am Mittwoch mit moderaten Kursverlusten am langen Ende eröffnet. Mangels wichtiger Konjunkturdaten bleibt die Frage nach dem künftigen Kurs der US-Notenbank Fed eine Woche vor der nächsten Sitzung der Währungshüter das dominierende Thema am Markt. Spekulationen über eine Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe, mit denen die Fed das Wachstum zu stützen versucht, reißen nicht ab.

Zweijährige Anleihen standen unverändert bei 99 27/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,32 Prozent. Fünfjährige Anleihen verharrten bei 99 15/32 Punkten. Sie rentierten mit 1,11 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen verloren 2/32 Punkte auf 96 2/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,19 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren rutschten um 5/32 Punkte auf 91 17/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,32 Prozent./hbr/kja

Deutsche Anleihen tendieren etwas fester

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen haben am Mittwoch ihre seit Wochenbeginn eingefahrenen Verluste etwas reduzieren können. Händler sprachen von einer typischen Gegenbewegung ohne entscheidende fundamentale Gründe. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,08 Prozent auf 142,86 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank leicht auf 1,59 Prozent.

Datenseitige Impulse blieben am Mittwoch eng begrenzt. Zahlen zur Industrieproduktion im Währungsraum riefen allenfalls moderate Reaktionen hervor. Nach Angaben des Statistikamtes Eurostat konnten die Industrieunternehmen des Euroraums ihren Ausstoß im April zum dritten Mal in Folge steigern, wenn auch nur leicht. Im Jahresvergleich bremste sich der Sinkflug sichtlich ab. Unterdessen mussten sowohl Italien als auch Deutschland höhere Renditen für frisches Geld zahlen.

Vor dem Bundesverfassungsgericht ging die Anhörung zum Rettungskurs der EZB in die zweite Runde. Mehrere Sachverständige, unter ihnen ZEW-Präsident Clemens Fuest und Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, äußerten sich kritisch zum Anleiheprogramm der Notenbank. Eine Entscheidung des Gerichts wird erst im Herbst erwartet./bgf/stk

Deutschland: Zinskosten steigen auf höchsten Stand seit über einem Jahr

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Bund muss bei der Schuldenaufnahme wieder höhere Zinsen zahlen. Bei einer Aufstockung zweijähriger Schatzanweisungen mit einem Kupon von null Prozent stieg die Rendite am Mittwoch auf 0,18 Prozent, wie die Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Das ist der höchste Zins in dieser Laufzeit seit März 2012. Der Anstieg erfolgt von historisch niedrigem Niveau aus und in einem Umfeld weltweit steigender Renditen. Der Bund nahm insgesamt 4,04 Milliarden Euro auf, die Nachfrage nach den Papieren blieb hoch./bgf/hbr

Italiens Zinskosten steigen wieder

ROM (dpa-AFX) – Das in der Rezession steckende Euroland Italien muss für frisches Geld wieder höhere Zinsen bieten. Bei einer Versteigerung neuer Schuldtitel mit einjähriger Laufzeit stieg die Rendite am Mittwoch auf 0,96 Prozent, wie aus Zahlen der italienischen Notenbank hervorgeht. Das ist der höchste Zins seit März. Bei einer Versteigerung Mitte Mai hatte der Zins noch 0,26 Prozentpunkte niedriger gelegen. Der Zinsanstieg erfolgt allerdings in einem Umfeld weltweit steigender Renditen. Dank einer stärkeren Nachfrage nahm Italien wie geplant sieben Milliarden Euro auf./bgf/hbr