Schuldscheinmarkt H1-2018: neues Rekordjahr in weiter Ferne

Foto: © fotomek – stock.adobe.com
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Die größte Emission in der laufenden Saison ist nach wie vor der 1-Mrd.-EUR-Schuldschein der Rewe-Gruppe, der im Februar 2018 erfolgreich platziert wurde. Die 425 Mio. EUR, die TUI im Juni gemeinsam mit der HSBC (Rang 6) arrangierte, war indes der größte Schuldschein-Deal in Q2.

Mittelstand* fest im Sattel?
Schuldscheinemission von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) konnten sich im ersten Halbjahr 2018 entgegen der allgemeinen Abschwächung auf konstantem Niveau stabilisieren: So lag das Dealvolumen, das KMU in den ersten beiden Quartalen in 28 Schuldscheinemissionen (H1-2017: 21) bei Investoren unterbrachten, mit 2,43 Mrd. EUR in etwa auf Vorjahresniveau (2,45 Mrd. EUR).

Die Liste der größten Deals im Mittelstand im bisherigen Jahresverlauf wird vom österreichischen Öl- und Gasunternehmen Trans Austria Gasleitung und seiner Emission über 260 Mio. EUR im April angeführt. Auf Rang zwei tummelt sich mit 250 Mio. EUR Platzierungsvolumen der Schuldschein der GEA Group, gefolgt von der 215 Mio. EUR schweren Debüt-Emission der Scout24 AG.

Source: Thomson Reuters LPC

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Unter den zum Teil überzeichneten und in der Folge mitunter nachträglich aufgestockten Emittenten finden sich außerdem u.a. JOST Werke (150 Mio. EUR Emissionsvolumen), Wacker Neuson (100 Mio. USD), HAMBORNER REIT (75 Mio. EUR) oder Nanogate (50 Mio. EUR).

League Tables Mittelstandsemissionen
Selbst bei den Schuldscheinemissionen kleiner und mittlerer Unternehmen hat die LBBW mit einem betreuten Gesamtvolumen von knapp 1,2 Mrd. EUR aus 12 Transaktionen die Nase vorn im Mittelstands-Ranking (Marktanteil: 33,2%).

An zweiter Stelle rangiert die Helaba mit rund 382 Mio. EUR aus fünf Deals (11,4%), während Rang drei an die NordLB mit 260 Mio. EUR aus vier Emissionen (8,6%) geht.

Source: Thomson Reuters LPC

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Fazit
Blickt man auf die Emissionstätigkeit der vergangenen Monate, erhärtet sich der Eindruck, dass die bisherige Party am Schuldscheinmarkt zumindest vorübergehend beendet ist. Jedenfalls ist an ein weiteres Rekordjahr, an dessen Ende die bisherigen Höchstmarken aus 2016 oder 2017 fallen, derzeit nicht zu denken.

Ursächlich hierfür seien mittlerweile prall gefüllte „Kriegskassen“ großer Konzerne und somit ein insgesamt rückläufiger Kapitalbedarf mittels Schuldscheindarlehen. Massenhafte Jumbo-Emissionen bleiben danach Mangelware, während die Schuldschein-Aktivitäten aus dem KMU-Bereich – insbesondere auch vermehrt von Debütanten – nach wie vor auf stabilem Niveau verharren.

*) Thomson Reuters definiert Mittelstand als Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz und einem Umsatz von unter 1,5 Mrd. EUR pro Jahr.

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