
Luxemburg will sein Verbriefungsrecht modernisieren: Mehr Spielraum bei der aktiven Verwaltung könnte Verbriefungen für Profis attraktiver machen.
Mit der geplanten Reform des Luxemburger Verbriefungsrechts sollen die Möglichkeiten für institutionelle Investoren erweitert werden. Besonders relevant ist die geplante Ausweitung der aktiven Portfolioverwaltung auf weitere Anlageklassen. Bislang ist sie im Wesentlichen auf Schuldinstrumente und Forderungen beschränkt. Künftig sollen auch Aktienpositionen einbezogen werden können – sofern die entsprechenden Wertpapiere nicht öffentlich angeboten werden.
Daniel Knoblach, Verwaltungsrat der Super Global Services SA, sieht darin einen weiteren Schub für aktiv verwaltete Verbriefungsstrategien. Schon heute böten Verbriefungen gegenüber klassischen Fonds erhebliche strukturelle Vorteile: Eine bestehende Emissionsplattform könne genutzt werden, während Strukturierung, Emission und Administration von spezialisierten Dienstleistern übernommen würden. Das spare Zeit und Kosten.
Dass Fonds dennoch den Markt dominieren, liege vor allem an ihrer Bekanntheit. Jeder institutionelle Investor kenne das Vehikel und könne es unmittelbar einordnen. Das sei allerdings in erster Linie ein Vorteil bei der Vermarktung. Welche Struktur besser passe, hänge vom Anlageuniversum, dem erwarteten Volumen, dem Anlegerkreis und den benötigten Dienstleistungen ab.
Hinzu komme eine gewisse Begriffsverwirrung. Verbriefungsgesellschaft, Compartment, AMC, ETN und ETP würden im Markt teilweise unscharf verwendet. Dabei lassen sich die Ebenen klar unterscheiden: Die Verbriefungsgesellschaft bildet den rechtlichen Rahmen, das Compartment grenzt Vermögen und Haftung für eine bestimmte Strategie ab. Darauf setzt das emittierte Wertpapier auf. AMC, ETN und ETP beschreiben dagegen unterschiedliche Produkt- beziehungsweise Marktbezeichnungen.
Ein AMC steht für Actively Managed Certificate und ist ein strukturiertes Wertpapier, dessen zugrunde liegende Strategie innerhalb definierter Leitlinien aktiv gesteuert wird. Ein ETN ist eine börsengehandelte Schuldverschreibung, während ETP als Oberbegriff für börsengehandelte Produkte dient. Ein ETF wiederum gehört rechtlich zur Fondswelt.
„Die Ebenen bauen logisch aufeinander auf“, so Knoblach. Entscheidend seien am Ende die konkrete Struktur und die Emissionsbedingungen – nicht allein die Bezeichnung eines Produkts.
Die geplante Reform geht allerdings über die aktive Verwaltung hinaus. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem breitere Finanzierungsmöglichkeiten, Investitionen zwischen Compartments derselben Verbriefungsgesellschaft sowie Anpassungen bei Sicherheiten und Nachrangregelungen vor. Das Luxemburger Parlament hat den Gesetzentwurf Nr. 8761 im Juni 2026 eingebracht; die Änderungen befinden sich noch im Gesetzgebungsverfahren.
Super Global ist ein BaFin-regulierter AIFM mit Standorten in Deutschland, Luxemburg und Irland. Das Unternehmen strukturiert und administriert Fonds- und Verbriefungslösungen und bietet über seine Luxemburger und irischen Plattformen unter anderem AMCs und weitere kapitalmarktfähige Wertpapiere an.
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