ATHEN/FRANKFURT (dpa-AFX) – Investoren reißen sich um Griechenlands Staatsanleihen. Damit steigen die Chancen für eine Rückkehr des Euro-Krisenlands an den Kapitalmarkt. Am Mittwoch fiel die Rendite für richtungsweisende zehnjährige Staatstitel mit 6,13 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte 2010. Die Rendite entwickelt sich gegenläufig zum Kurswert, der damit so hoch steht wie seit fast vier Jahren nicht mehr.
Zum Vergleich: Während der Schuldenkrise war die Rendite zwischenzeitlich auf mehr als 30 Prozent gestiegen. Griechenland ist seit Jahren von privaten Krediten abgeschnitten und auf internationale Hilfsgelder angewiesen. Der anhaltende Renditerutsch spielt Athen beim Bemühen in die Karten, neue Staatsanleihen zu platzieren. Laut Finanzminister Ioannis Stournaras könnte man sich schon im Sommer wieder an den Markt wagen.
Als Grund für die gestiegene Nachfrage nach griechischen Staatspapieren nennen Händler die vergleichsweise attraktive Rendite im Niedrigzinsumfeld. Die Leitzinsen im Euroraum sind so tief wie nie. Das erschwert es Anlegern, Geld gewinnbringend zu investieren. Während beispielsweise deutsche Bundesanleihen so gut wie gar keine Erträge abwerfen, haben hellenische Papiere im ersten Quartal mehr Rendite erzielt als alle anderen Staatstitel im Euroraum./hbr/bgf