Rendite für Griechenland-Anleihe sinkt stark nach Freigabe neuer Hilfsmilliarden

ATHEN/FRANKFURT (dpa-AFX) – Am Markt für griechische Staatsanleihen hat sich die Lage am Dienstag nach Freigabe neuer Hilfsmilliarden für das schwer angeschlagene Euroland weiter deutlich entspannt. Im freien Handel ging die Rendite für Griechenland-Anleihen im Gegenzug kräftig zurück. Am Nachmittag fiel der Zinssatz bei Papieren mit einer Laufzeit von zehn Jahren um 0,22 Prozentpunkte auf 6,68 Prozent. Zu Beginn des Jahres hatte die Rendite noch bei etwa 8,0 Prozent gelegen, nachdem sie in der Hochphase der Schuldenkrise in der Spitze bis auf etwa 30 Prozent gestiegen war.

Auslöser für den jüngsten Rückgang der Rendite war das grüne Licht der internationalen Geldgeber-Troika von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) für neue Milliarden-Hilfen. Nach einem mehrmonatigen Tauziehen einigten sich die Regierung in Athen mit Vertretern der Troika. Schon bald sollen 10,1 Milliarden Euro nach Athen fließen. Neue Sparmaßnahmen werde es nicht geben, versicherte der griechische Regierungschef Antonis Samaras.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg hatte Infrastruktur-Minister Michalis Chrisochoides zu Wochenbeginn sogar die Platzierung neuer Staatsanleihen in Aussicht gestellt. Demnach sollen die Papiere noch vor den im Mai anstehenden Europawahlen auf den Markt gebracht werden. Chrisochoides nannte keine weiteren Details zu Art oder Umfang der Emission. Der eigentlich zuständige Finanzminister hat sich zu den Plänen bislang nicht geäußert./jkr/hbr