ROM (dpa-AFX) – Die Nachfrage nach Staatsanleihen krisengeschwächter Euroländer bleibt hoch. Am Donnerstag konnte sich die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft Italien längerfristig so günstig wie nie zuvor refinanzieren. Bei einer Versteigerung entsprechender Schuldtitel sanken die Renditen auf Rekordtiefstände. Zuletzt hatte der überraschende Wahlerfolg der Partei des neuen Ministerpräsidenten Matteo Renzi für Zuversicht gesorgt, dass das Reformtempo in Italien anzieht. Der Demokratische Partei (PD) hatte bei den Europawahlen mehr als vierzig Prozent der Stimmen erhalten.
Wie die italienische Notenbank am Donnerstag mitteilte, nahm der Staat mit zwei Anleihen insgesamt 5,75 Milliarden Euro ein. Die Rendite eines fünfjährigen Papiers fiel auf 1,62 Prozent, ein zehnjähriger Schuldtitel rentierte mit 3,01 Prozent. Außerdem wurde ein Papier mit Fälligkeit 2019 verkauft, das eine variable Verzinsung aufweist (Floater). Es rentierte mit 1,38 Prozent.
Die hohe Nachfrage nach Staatsanleihen angeschlagener Euroländer ist auch eine Folge des derzeitigen Niedrigzinsumfelds. Deutsche Bundesanleihen, die als sehr sicher gelten, werfen nur wenig Rendite ab. Das Versprechen der Europäischen Zentralbank (EZB), alles für den Erhalt des Euro tun zu wollen, hat Bedenken wegen der hohen Verschuldung vieler Länder in den Hintergrund treten lassen. Zudem hat sich die wirtschaftliche Talfahrt im Euroraum abgebremst, was Beobachter auch auf Wirtschaftsreformen zurückführen. Italien hinkt hier aber ebenso wie Frankreich hinterher./bgf/stb