Deutsche Anleihen legen zu – Russische Staatstitel unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen waren am Freitag weiter gefragt. Händler begründeten dies mit einer zunehmenden Unsicherheit wegen der Krise in der Ukraine. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,16 Prozent auf 144,15 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um drei Basispunkte auf 1,50 Prozent.

Der Ton in der Ukraine-Krise wird zusehends schärfer, was die Nachfrage nach als sicher empfundenen Wertpapieren erhöht. Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf dem Westen am Freitag geopolitische Machtspiele vor, US-Außenminister John Kerry warnte Moskau vor einer Destabilisierung der Ukraine. Das ukrainische Militär geht unterdessen weiter gegen prorussische Milizen vor, die im Osten des Landes zahlreiche öffentliche Gebäude besetzt halten.

Russische Staatsanleihen standen derweil deutlich unter Druck. Als Reaktion auf die Zuspitzung in den vergangenen Wochen senkte die Ratingagentur Standard & Poor’s am Freitagmorgen die Bonitätsnote Russlands bis auf eine Stufe über „Ramsch“. Wenig später stemmte sich die russische Notenbank mit einer überraschenden Zinsanhebung gegen den schwachen Rubel und den hohen Kapitalabfluss./bgf/jkr