Deutsche Anleihen legen zu – Russische Staatstitel unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen haben am Freitag deutlich zugelegt. Händler begründeten dies mit der Unsicherheit vieler Anleger wegen der Krise in der Ukraine. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Abend auf 144,42 Punkte, nachdem er am Morgen noch bei weniger als 144 Punkten in den Handel gegangen war. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um 0,05 Prozentpunkte auf 1,48 Prozent.

Am Nachmittag hatten vor allem Kursverluste an den Aktienmärkten für kräftigen Auftrieb am deutschen Rentenmarkt gesorgt. Der Ton in der Ukraine-Krise wird zusehends schärfer, was die Nachfrage nach als sicher empfundenen Wertpapieren erhöht. Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf dem Westen am Freitag geopolitische Machtspiele vor, US-Außenminister John Kerry warnte Moskau vor einer Destabilisierung der Ukraine.

Russische Staatsanleihen standen derweil deutlich unter Druck. Als Reaktion auf die Zuspitzung in den vergangenen Wochen hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s am Morgen die Bonitätsnote Russlands bis auf eine Stufe über „Ramsch“ gesenkt. Wenig später stemmte sich die russische Notenbank mit einer überraschenden Zinsanhebung gegen den schwachen Rubel und den hohen Kapitalabfluss./jkr/he