BIZ: Globaler Schuldenberg Mitte 2013 bei 100 Billionen Dollar

BASEL (dpa-AFX) – Seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise haben sich die weltweiten Schuldenberge nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) weiter massiv aufgetürmt. Mitte des vergangenen Jahres habe das Volumen aller im Umlauf befindlichen Schuldtitel schätzungsweise 100 Billionen US-Dollar betragen, hieß es in dem am Sonntag veröffentlichten Quartalsbericht der Dachorganisation der Notenbanken. Zum Vergleich: Vor der Lehman-Pleite hatte der Schuldenberg laut BIZ-Schätzungen im Jahr 2007 nur ein Volumen von etwa 70 Billionen Dollar erreicht.

Nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise hätten Staaten und Unternehmen in großem Umfang Anleihen ausgegeben, erklärten BIZ-Experten den starken Anstieg der Verschuldung. Den Bestand der staatlichen Schuldtitel bezifferten sie bis Mitte Juni 2013 auf 43 Billionen Dollar. Dies seien etwa 80 Prozent mehr staatliche Schulden weltweit als Mitte 2007. In den Jahren 2007 bis 2013 hätten sich Unternehmensanleihen in ähnlichem Tempo ausgeweitet.

Im Vergleich zu früheren Jahren werden die meisten Anleihen von heimischen Gläubigern gehalten. ‚Dies deutet darauf hin, dass die Globalisierung der Portfolios nach der Krise zum Teil rückgängig gemacht wurde‘, kommentierten die BIZ-Experten. Sie schränkten allerdings ein, dass diese Entwicklung nur vorübergehend sein könnte.

Im Quartalsbericht hob die BIZ außerdem die Erfolge der langfristigen Niedrigzinsversprechen (‚Forward Guidance‘) führender Notenbanken hervor. Diese geldpolitische Maßnahme habe dazu geführt, dass sich die Schwankungen in den Experten-Prognose für künftige Leitzinssätze deutlich verringert haben.

Im Quartalsbericht gingen die BIZ-Experten auch auf die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten wichtiger Schwellenländer ein. In der Entwicklung einzelner Wechselkurse habe sich zuletzt gezeigt, dass es Notenbanken gelungen sei, sich erfolgreich gegen die Kursturbulenzen zu stemmen./jkr/jsl