EZB: Business as usual bei künftiger Geldpolitik

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Den gestrigen Zinsentscheid der EZB kommentiert Katharine Neiss, Chief European Economist bei PGIM Fixed Income:

Die Erklärung der EZB zu ihrer jüngsten geldpolitischen Entscheidung ist recht milde ausgefallen. Wie erwartet, bleiben die Zinssätze unverändert bei 4%. Der Ton ist weiterhin restriktiv: Die Inflation ist hoch, die Löhne und Gehälter ebenfalls.

Die wichtigste Änderung betrifft die Pläne der EZB zur Reinvestition des PEPP. Nach monatelangen Spekulationen hat die EZB nun einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gegeben: Die Reinvestitionen sollen bis Ende 2024 vollständig eingestellt werden. Beginnen soll der Prozess dazu im Juli.

Auf den ersten Blick würde ein schnellerer Abbau der Bilanz darauf hindeuten, dass sich die Zentralbank immer noch im Normalisierungsmodus befindet und noch nicht in der Phase der Lockerung.

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Der Markt dürfte dies jedoch aus zwei Gründen als eine dovishe Ausrichtung auffassen. Erstens ist das Tempo des Auslaufens geringer, als viele Marktteilnehmer erwartet hatten. Zweitens wird durch die Vorankündigung der PEPP-Auslaufpläne im Jahr 2024, die nun geräuschlos im Hintergrund ablaufen können, der Weg für die EZB geebnet, die Zinssätze bei Bedarf rascher zu senken.

Katharine Neiss, PGIM

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