Kryptos: hartnäckige Inflation und restriktive Geldpolitik der Fed belasten Bitcoin und Co.

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Die US-Inflation im September fiel höher aus als erwartet, und auch die Einzelhandelsumsätze überraschten positiv. Das nährt die Sorge vor einer länger straffen Geldpolitik der Fed und belastet Bitcoin sowie den gesamten Krypto-Markt. Kurzfristig dürfte Bitcoin damit seitwärts laufen und sehr sensibel auf neue Konjunkturdaten reagieren. Ein Marktkommentar von CoinShares´ Head of Research, James Butterfill:

Inflation und Konsum übertreffen die Erwartungen
Das makroökonomische Umfeld hat sich für Krypto in dieser Woche eingetrübt. Die US-Verbraucherpreise stiegen im September gegenüber dem Vormonat um 0,6% und gegenüber dem Vorjahr um 3,7% und lagen damit über den Erwartungen. Auch die Kerninflation fiel höher aus als erhofft. Den Großteil des Anstiegs der Gesamtrate erklären die Energiepreise: Benzin verteuerte sich im Monatsverlauf um 9,1%. Doch auch bei den Wohnkosten und anderen Kernkomponenten bleibt der Preisdruck so hoch, dass die Fed in ihrer Sorge bestärkt wird, die Inflation sei noch nicht im Griff.
 
Gleichzeitig zeigt sich die US-Wirtschaft weiterhin überraschend widerstandsfähig. Die Einzelhandelsumsätze legten im September um 0,8% zu, erwartet worden waren rund 0,3%. Schon im August waren sie stark gewesen. Ein Teil der Dynamik geht auf höhere Benzinpreise zurück, die Umsätze an Tankstellen stiegen um 6,4%. Selbst bereinigt um diesen Effekt deutet die Datenlage aber darauf hin, dass die Konjunktur besser standhält als gedacht. Für die Fed ist das eine unbequeme Kombination: Die Inflation bleibt hoch, während die Nachfrage nicht genug nachgelassen hat, um die restriktive Geldpolitik überflüssig zu machen.

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Bitcoin reagiert auf höhere Zinserwartungen
Bitcoin und der übrige Krypto-Markt reagierten mit Kursverlusten auf die Neubewertung der Zinserwartungen. Das zeigt erneut, wie empfindlich Bitcoin kurzfristig auf die Geldpolitik reagiert. Höhere erwartete Zinsen lassen die Realrenditen steigen und machen das Halten zinsloser Anlagen teurer, während straffere Finanzierungsbedingungen die Liquidität für Risikoanlagen insgesamt verknappen. Das spiegelt sich auch in den Mittelflüssen wider: Globale Anlageprodukte auf digitale Assets verzeichneten in dieser Woche bislang Abflüsse von 434 Mio. USD, ein klarer Stimmungsumschwung nach den Inflationsdaten.

Dabei rechnet der Markt für die Oktober-Sitzung weiterhin nicht mit einer Zinserhöhung. Polymarket sieht die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen derzeit bei rund 75%, für eine Anhebung um 25 Basispunkte bei etwa 25%. Am Terminmarkt haben sich die Erwartungen seit den Inflationsdaten jedoch deutlich in Richtung Zinserhöhung verschoben, und eine weitere Anhebung bis Jahresende wird inzwischen für wesentlich wahrscheinlicher gehalten. Die Debatte dreht sich also zunehmend um den Zeitpunkt und nicht mehr um die Frage, ob die Geldpolitik restriktiv bleiben muss.

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Kurzfristig kaum Entlastung für Bitcoin
Bei den Einzelhandelsumsätzen ist eine Differenzierung wichtig: Die starken nominalen Ausgaben liegen zum Teil daran, dass Verbraucher deutlich mehr für Energie zahlen, und nicht an einem Anstieg des realen Konsums. Ohne Benzin legten die Umsätze im September nur um rund 0,2% zu. Sollten die höheren Energiekosten die Kaufkraft der Haushalte weiter schmälern, könnte die aktuell robuste Konsumlage im weiteren Jahresverlauf in eine schwächere Nachfrage umschlagen.
 
Für Bitcoin bleibt das kurzfristige Umfeld daher schwierig, aber nicht grundsätzlich bärisch. Der Markt braucht entweder klarere Anzeichen für nachlassenden Preisdruck oder eine so deutliche Konjunkturabkühlung, dass weitere Zinserhöhungen vom Tisch sind. Bis dahin dürfte jede stärker als erwartet ausfallende Datenveröffentlichung neue Zinsschwankungen auslösen. Die US-Wirtschaft ist derzeit robust genug, um eine restriktive Geldpolitik zu verkraften, während die Inflation zu hoch bleibt, als dass die Fed Entwarnung geben könnte. Diese Mischung dürfte Bitcoin in den kommenden Wochen in einer Handelsspanne halten und ihn ungewöhnlich sensibel auf neue Daten reagieren lassen.

James Butterfill, CoinShares

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