
Branicks erzielt eine Grundsatzeinigung mit wesentlichen Anleihe- und Schuldscheingläubigern. Frisches Kapital, längere Laufzeiten und eine Neuordnung der Finanzierungen sollen den Immobilienkonzern stabilisieren.
Die Branicks Group AG hat einen entscheidenden Schritt zur finanziellen Stabilisierung vollzogen. Das Immobilienunternehmen unterzeichnete Lock-up-Vereinbarungen mit einer Gruppe von Anleihe- und Schuldscheingläubigern, die den Weg für eine umfassende Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten ebnen sollen. Die Vereinbarung umfasst eine unbesicherte Unternehmensanleihe über 400 Mio. EUR sowie Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen mit einem ausstehenden Volumen von 179,5 Mio. EUR. Nach Unternehmensangaben unterstützen bereits Gläubiger mit 60,4% des Anleihevolumens sowie mehr als 90% der Schuldscheine die geplante Transaktion.
Kern der Restrukturierung ist eine Kombination aus frischem Kapital, verlängerten Laufzeiten und einer grundlegenden Neuordnung der bestehenden Finanzierungen. Vorgesehen ist neues Fremdkapital in Höhe von insgesamt 95 Mio. EUR. Davon entfallen 35 Mio. EUR auf Branicks und 60 Mio. EUR auf die Tochtergesellschaft VIB Vermögen AG. Die Mittel sollen zunächst als Überbrückungsfinanzierung bereitgestellt und anschließend in langfristige Finanzierungen mit Laufzeit bis Ende September 2029 überführt werden. Die Finanzierung der VIB dient insbesondere dazu, 58 Mio. EUR kurzfristig fälliger Schuldscheindarlehen zurückzuführen und damit die Liquidität innerhalb des Konzerns zu sichern. Sowohl für Branicks als auch für die VIB ist ein Zinssatz von 10% pro Jahr vorgesehen.
Parallel dazu werden die bestehenden Finanzverbindlichkeiten neu strukturiert. Ein Teil der bisherigen Anleihe und der Schuldscheindarlehen wird in vorrangig besicherte Instrumente mit reduziertem Nominalbetrag umgewandelt. Der verbleibende Teil wird künftig als nachrangige Finanzinstrumente mit Laufzeiten bis 2038 geführt und mit 15% pro Jahr verzinst. Ergänzt wird die Transaktion durch umfangreiche Sicherheiten, angepasste Finanzkennzahlen sowie zusätzliche Gebühren zugunsten der Gläubiger.
Auch auf der Führungsebene stehen Veränderungen an. Josef Schultheis soll als Chief Restructuring Officer (CRO) in den Vorstand einziehen. Vorstandsvorsitzende Sonja Wärntges will ihr Amt spätestens zum Jahresende 2026 niederlegen. Darüber hinaus plant der Konzern weitere Immobilienverkäufe, um die Verschuldung konsequent zu reduzieren.
Für Investoren ist die Einigung ein wichtiger Meilenstein. Zwar macht die Restrukturierung den erheblichen Finanzierungsdruck bei Branicks deutlich, gleichzeitig steigt durch die breite Unterstützung der Gläubiger die Wahrscheinlichkeit einer geordneten Sanierung erheblich. Positiv ist zudem, dass die Lösung den gesamten Konzern umfasst: Auch die VIB Vermögen AG erhält frische Liquidität und verfolgt im Rahmen eines bis 2030 angelegten Business Plans einen weiteren Schuldenabbau unter anderem über Immobilienverkäufe. Damit soll die Kapitalstruktur des Konzerns langfristig stabilisiert werden.
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