Bitcoin läuft mit angezogener Handbremse – wirklicher Kurs-Push fehlt

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Nach acht Wochen mit massiven Abflüssen hat sich die Stimmung bei Krypto-Anlageprodukten zuletzt stabilisiert. Schwächere US-Inflationsdaten haben Bitcoin kurzfristig gestützt – doch ohne eine klare Wende bei den Zinserwartungen dürfte das Aufwärtspotenzial begrenzt bleiben. Ein Marktkommentar von CoinShares´ Head of Research, James Butterfill:

Acht Wochen Abflüsse – Serie nun gebrochen
Hinter dem Markt liegt eine achtwöchige Phase deutlicher Abflüsse: Weltweit wurden über alle Emittenten hinweg rund 8 Mrd. USD aus Krypto-Anlageprodukten abgezogen – so viel wie nie zuvor in einem vergleichbaren Zeitraum. Diese Serie ist nun gerissen. In der vergangenen Woche gab es wieder Zuflüsse, und auch diese Woche dürfte positiv ausfallen, auch wenn sie zunächst nicht danach aussah.

Zu Wochenbeginn lagen die Mittelströme noch im Minus, bevor die Stimmung zur Wochenmitte drehte. Was diesen Stimmungsumschwung ausgelöst hat, zeigt einmal mehr, wie eng Bitcoin inzwischen an Makrodaten gekoppelt ist. Die US-Verbraucherpreisdaten am Dienstag fielen deutlich niedriger aus als erwartet und führten zu einer Neubewertung der Zinserwartungen, rund 250 Mio. USD an Zuflüssen und einer moderaten Bitcoin-Rally. Auch die US-Erzeugerpreisdaten am Mittwoch blieben hinter den Erwartungen zurück und lösten eine weitere Neubewertung aus.

Das Ausmaß dieser Verschiebung ist bemerkenswert: Die Märkte hatten für September mehr als eine vollständige Zinserhöhung eingepreist; inzwischen hat sich diese Erwartung halbiert. Die täglichen Mittelzuflüsse über alle Anlageklassen und Emittenten hinweg beliefen sich am Dienstag auf 218 Mio. USD und am Mittwoch auf 197 Mio. USD – überwiegend konzentriert auf Bitcoin.

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Makrodaten bleiben entscheidend
Heute werden die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Benzinpreise waren der wichtigste Treiber des Rückgangs bei den Inflationszahlen, und Kraftstoff macht einen erheblichen Anteil an den Einzelhandelsumsätzen aus. Eine negative Überraschung wäre daher nicht ungewöhnlich. Eine etwas schwächere Konjunktur könnte Bitcoin von hier aus weiteren Rückenwind geben.

Boden wahrscheinlich erreicht, aber Ausbruch bleibt unwahrscheinlich
Unsere Einschätzung bleibt unverändert: Der Boden dürfte erreicht sein, das Aufwärtspotenzial ist jedoch begrenzt. Bitcoin war zunächst gut unterstützt, sah dann aber eine natürliche Korrektur – im Einklang mit unserer seit längerem vertretenen Einschätzung, dass Bitcoin seinen Boden wahrscheinlich erreicht hat oder diesem zumindest nahe ist.

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Für eine deutliche Aufwärtsbewegung fehlen derzeit jedoch die entscheidenden Impulse. Eine Zinssenkung erscheint derzeit nicht wahrscheinlich, und ein schwacher Arbeitsmarktbericht plus ein schwacher Verbraucherpreisbericht reichen nicht aus, um sie zu erzwingen. Dafür bräuchte es eine weitere makroökonomische Abschwächung.

Wenn überhaupt, wird das Umfeld aktuell eher schwieriger: Der Ölpreis ist infolge der Ereignisse im Iran bereits wieder gestiegen, was die Inflationsdaten im kommenden Monat deutlich ungünstiger ausfallen lassen könnte. Entsprechend dürfte Bitcoin zunächst seitwärts tendieren. Ein Ausbruch über 80.000 USD erscheint erst dann realistisch, wenn sich die geldpolitischen Erwartungen deutlich verschieben.

Anleger bleiben vorsichtig
Unsere Kundengespräche spiegeln diese Vorsicht wider. Die Anlegermentalität lässt sich gut daran ablesen, dass das Interesse erfahrungsgemäß dann am größten ist, wenn Bitcoin bei 120.000 USD steht – und deutlich geringer, wenn er bei 60.000 USD notiert.

James Butterfill, CoinShares

Einige Kunden sehen im aktuellen Marktumfeld durchaus Chancen und prüfen einen Positionsaufbau. Sie bleiben jedoch vorsichtig, solange die Stimmung insgesamt negativ ist. Blockchain-Aktien stoßen derzeit auf klareres Interesse; mehrere Kunden sehen dort tatsächlich interessante Chancen.

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