Underberg trotzt Flaute: Wachstum gegen den Markt

Die Underberg-Gruppe wächst trotz rückläufigem Spirituosenmarkt weiter. Internationales Geschäft, Innovationen und Distributionsmarken treiben die Entwicklung.

Die Underberg-Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2025/26 erneut robuster entwickelt als der Gesamtmarkt. Während der deutsche Spirituosenmarkt nach Unternehmensangaben um rund 4% schrumpfte, steigerte die Semper idem Underberg AG ihren Konzernumsatz um 2% auf 136,9 Mio. EUR. Das bereinigte EBITDA übertraf mit 12,3 Mio. EUR sogar den prognostizierten Zielkorridor. Wachstumstreiber waren vor allem das internationale Geschäft, Third-Party-Marken sowie das innovationsstarke eigene Markenportfolio.

CEO Michael Söhlke zeigte sich mit dem Geschäftsverlauf zufrieden. Nach einem starken zweiten Halbjahr habe das Familienunternehmen die ursprünglich angestrebte Stabilisierung übertroffen. Insbesondere St. Hubertus-Tropfen sowie das Geschäft mit Distributionsmarken hätten zur positiven Entwicklung beigetragen.

Ein wichtiger Meilenstein war die erstmalige Vollkonsolidierung der Underberg Sales Corporation in den USA. Die Vertriebstochter habe sich dynamisch entwickelt und unterstreiche die zunehmende Bedeutung des amerikanischen Marktes. Weitere internationale Schwerpunkte bleiben die nordischen Länder, Österreich, die Schweiz sowie der Global Travel Retail.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Portfolio der Third-Party-Marken, dessen Umsatz um rund 15% zulegte. Laut CCO Thomas Mempel basiere der Erfolg auf langfristigen Partnerschaften mit internationalen Markeninhabern sowie einer engen Zusammenarbeit im Vertrieb.

Underberg 2022/28

Underberg 2022/28

Auch bei den Eigenmarken setzt Underberg den Innovationskurs fort. Nach der Waldmeister Limited Edition von St. Hubertus-Tropfen folgt im Sommer mit XOXO Erdbeer-Spritz ein weiteres Ready-to-Drink-Produkt der Marke XUXU. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in zusätzliche Produktionskapazitäten: In Rüdesheim entsteht eine neue Kleinflaschen-Abfülllinie, deren Inbetriebnahme vor Ostern 2027 geplant ist.

Trotz des weiterhin schwachen Konsumklimas blickt die Unternehmensführung vorsichtig optimistisch nach vorn. Underberg wolle unverändert profitabel wachsen und gezielt in Marketing und Vertrieb investieren. Belastend dürfte indes die geplante Anhebung der Alkoholsteuer wirken.

Die Eigenkapitalquote verbesserte sich leicht auf 31%. Zudem verfügte der Konzern zum Bilanzstichtag über liquide Mittel von mehr als 17 Mio. EUR, was die solide Finanzbasis des Familienunternehmens unterstreicht.

Die Semper idem Underberg AG zählt zu den traditionsreichsten deutschen Spirituosenherstellern und feierte im Juni ihr 180-jähriges Bestehen. Zum Markenportfolio gehören unter anderem Underberg, Asbach, PITÚ, St. Hubertus-Tropfen und XUXU sowie zahlreiche internationale Distributionsmarken.

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