
Mit seinen attraktiven Renditen ist der obere Teil der Hochzinsanleihen – BB- und B-Rating – ein Sweet Spot für Anleger. Von John Yovanovic, Andrew Karlsberg und Jeremy H. Burton*
Bullet Points:
• Wir glauben, dass Hochzinsanleihen heute eine attraktive Anlageklasse in einem diversifizierten Portfolio sind, da die Gesamtrenditen die Anleger angesichts moderater Ausfallerwartungen angemessen für das Kreditrisiko entschädigen. Wir halten die Bewertungen für weitgehend fair – nicht besonders günstig, aber auch nicht so hoch, dass es gerechtfertigt wäre, sich zurückzuhalten.
• Hochverzinsliche Anleihen schneiden im Vergleich zu anderen Risikoanlagen, insbesondere Aktien, gut ab, da die Kurs-Gewinn-Verhältnisse weiterhin hoch sind, die Volatilität wahrscheinlich anhalten wird und das Gewinnwachstum und die Investitionsausgaben sich auf eine kleine Gruppe von Unternehmen konzentrieren.
• Aufgrund ihrer attraktiven Renditen betrachten wir den oberen Teil des Marktes für hochverzinsliche Anleihen – Anleihen mit BB- und B-Rating – als Sweet Spot für Anleger und glauben, dass das Ausfallrisiko durch eine Minimierung des Engagements im CCC-Segment gemindert werden kann.

Renditen von Hochzinsanleihen bleiben attraktiv – Quelle: Bloomberg US Corporate High Yield Bond Index, Stand: 13. Oktober 2025
Hochverzinsliche Anleihen befinden sich an einem interessanten Punkt. Während die Spreads im historischen Vergleich eng gehandelt werden, liegen die Gesamtrenditen näher am Median der historischen Bandbreite der letzten 20 Jahre. Darüber hinaus bietet der gewichtete Durchschnittspreis immer noch einen bedeutenden Abschlag zum Nennwert, und die gewichtete durchschnittliche Duration und Laufzeit liegen nahe ihren historischen Tiefstständen. Diese Divergenz spiegelt mehrere Faktoren wider, die für Anleger in Hochzinsanleihen attraktive Rahmenbedingungen geschaffen haben – und wie wir erläutern werden, erscheint der Teil des Marktes mit höheren Ratings (BB und B) besonders interessant.
Die Divergenz zwischen Rendite und Spread ist in erster Linie auf den massiven Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen zurückzuführen, deren 10-Jahres-Rendite von 0,5% im dritten Quartal 2020 auf heute über 4% gestiegen ist. Wie die Grafik zeigt, hat dies dazu geführt, dass der optionsbereinigte Spread (OAS) derzeit bei 304 Basispunkten (bps) liegt, was dem unteren Ende der historischen 20-Jahres-Spanne entspricht. Die Worst-Case-Rendite (YTW) ist mit 6,99% jedoch immer noch attraktiv. […]
Preis, Rendite, Duration und Laufzeit alle auf historisch attraktiven Niveaus

Zinsdeckung gesunken, allerdings von einem Allzeithoch aus – Quelle: BofA Global Research, High Yield Credit Chartbook, zum 30. September 2025.
[…] Angesichts der relativ engen Kreditspreads bevorzugen wir bei der Zusammenstellung von Hochzinsportfolios eine leicht defensive, risikoärmere Haltung. Wir gehen zwar davon aus, dass die Ausfallraten niedriger sein werden als in früheren Rezessionszyklen, doch werden sich die Ausfälle wahrscheinlich wie in der Vergangenheit auf Emittenten mit niedrigerem Rating konzentrieren, weshalb wir einen selektiven Ansatz für Anleihen mit einem Rating von CCC und darunter bevorzugen.
Das Ergebnis ist, dass wir das beste risikobereinigte Renditepotenzial im BB- bis B-Segment des Marktes sehen (siehe Grafik). Vor diesem Hintergrund könnte das hochwertigere Ende des Hochzinsmarktes das Beste aus allen möglichen Welten bieten: historisch hohe Renditen bei sehr geringem Ausfallpotenzial.

Ausfallquote nach Ratingstufe – Quelle: BofA Global Research, High Yield Credit Chartbook, Stand: 30. September 2025.
[…] In den letzten 42 Jahren – seit der Einführung der Bloomberg-Hochzinsanleiheindizes (ehemals Barclays/Lehman Brothers) im Jahr 1983 – haben Hochzinsanleihen rund 71% der Gesamtrendite des S&P 500 erzielt, bei nur 55% des Risikos. Dies hat zu überlegenen risikobereinigten Renditen geführt, gemessen an den Sharpe-Ratios. Der Vergleich von Hochzinsanleihen mit Aktienportfolios, die Mid-Cap- und Small-Cap-Aktien oder internationale Aktien enthalten, fällt sogar noch günstiger aus, da diese Aktienklassen nicht in gleichem Maße von der kleinen Gruppe von Technologieunternehmen profitiert haben, die einen überproportionalen Beitrag zur Gesamtrendite des S&P 500 geleistet haben. In der Vergangenheit hat die Ertragskomponente der Renditen von Hochzinsanleihen einen Großteil der Kursvolatilität ausgeglichen – und die Segmente mit mittlerer und höherer Qualität haben in der Vergangenheit sogar noch bessere risikobereinigte Renditen erzielt.
Wichtige Erkenntnisse für Anleger
[…] Mit seinen attraktiven Renditen ist der obere Teil des Hochzinsmarktes – Anleihen mit BB- und B-Rating – ein Sweet Spot für Anleger.
[…] In diesem Umfeld liegt die Chance unserer Meinung nach nicht darin, den richtigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen, sondern darin, investiert zu bleiben, um das Potenzial für eigentümliche Fehlbewertungen, die aktive Manager nutzen können, nicht zu verpassen.
*) John Yovanovic, CFA, ist Co-Head of Leveraged Finance, Andrew Karlsberg, CFA, Portfolio Risk Manager und Investment Strategist, Leveraged Finance, und Jeremy H. Burton, CFA, Portfolio Manager, US High Yield und Leveraged Loans, bei PineBridge Investments
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