
Zum Weltspartag warnt J.P. Morgan AM vor den Folgen deutscher Sicherheitsorientierung. Langfristig ist Inflation gefährlicher als Börsenschwankungen.
Die Deutschen sparen, lassen dabei aber Renditechancen liegen: Seit der Pandemie seien ihnen rund 850 Mrd. EUR an möglichen Kapitalmarkterträgen entgangen, berichtet J.P. Morgan Asset Management zum Weltspartag am 30. Oktober. Laut einer aktuellen Studie ist die Angst vor Risiken und Verlusten der häufigste Grund, nicht in Aktien zu investieren. Langfristig droht jedoch durch Inflation ein schleichender Kaufkraftverlust.
Verlustangst hält Anleger vom Aktienmarkt fern
Für die Studie „Vom Sparen zum Anlegen: Die Chance für Europa“ wurden im Juli 2026 europaweit 17.000 Menschen befragt, darunter 2.000 in Deutschland. Fast sechs von zehn Befragten nutzen keine Aktien für die Altersvorsorge. Unter den Nichtanlegern nennen 36% die Sorge vor Risiken und Verlusten als Grund. 23% wissen nach eigenen Angaben nicht, wie sie in Aktien investieren können, 22% haben diese Anlageform bislang nicht in Betracht gezogen.

Zum Weltspartag könnte es kaum deutlicher sein: Der maximalbreite MSCI World verzeichnete in den vergangenen 40 Jahren gerade einmal 11 Jahre mit Kursrückgängen, davon drei Mal kaum erkennbar ganz links.
„Bares ist nur selten Wahres“, warnt Kapitalmarktstratege Tilmann Galler. Bei 2% jährlicher Inflation sinkt die Kaufkraft von unverzinsten 100.000 EUR innerhalb von 40 Jahren auf rund 45.000 EUR, bei 3% sogar auf etwa 30.000 EUR.
Eine Auswertung des MSCI World seit 1986 zeigt, wie normal zwischenzeitliche Rückgänge sind: In den betrachteten 40 Jahren fiel der Index vom Jahreshoch zum Jahrestief durchschnittlich um 14,6%, im Median um 10,5%. Dennoch erzielte er in 29 Jahren einen positiven Kursertrag. Auch nach deutlichen Einbrüchen folgten häufig Erholungen. So verlor der Index 2020 zwischenzeitlich 33%, beendete das Jahr aber mit einem Plus von 12%.
Auch längere Anlagezeiträume verringern das Verlustrisiko. Beim US-Aktienindex S&P 500 lagen die jährlichen Gesamterträge über rollierende Zwölfmonatszeiträume seit 1950 zwischen minus 43 und plus 61%. Über rollierende 20-Jahres-Zeiträume betrug die Spanne dagegen zwischen 4 und 18% Plus pro Jahr. Eine Mischung aus jeweils 50% Aktien und Anleihen erzielte in keinem rollierenden Zehnjahreszeitraum eine negative Rendite.
Mit dem geplanten Altersvorsorgedepot will der Staat Kapitalmarktinvestments ab 2027 zudem unterstützen.
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