
Unsere vier Kapitalmarktemittenten der Bundesliga im Formcheck: Hertha verpasst den Rekord, Werder rettet den nächsten Punkt, Schalke und Dortmund enttäuschend.
Der Spieltag liefert für die vier Fußball-Kapitalmarktemittenten reichlich Stoff für die Börsenmetapher: Werder zeigt einmal mehr Comeback-Qualitäten, Hertha lässt eine Serie reißen, Schalke sucht weiter den Heimtreffer und Borussia Dortmund kommt nicht mehr vom Fleck. Die Punkteausbeute fällt überschaubar aus – und die Stimmungslage entsprechend unterschiedlich.
Nach sieben Siegen in Folge musste sich Hertha bei Schlusslicht Holstein Kiel mit einem 0:0 begnügen. Die Berliner verpassten damit auch die Chance, den Startrekord von Hannover 96 aus der Saison 1986/87 mit acht Siegen einzustellen. Am Ende fehlte es trotz guter Chancen an der nötigen Effizienz. Immerhin: Die Tabellenführung bleibt Hertha mit 22 Punkten erhalten. Für den Anleihegläubiger ist das kein Grund zur Panik – eine Serie darf reißen, solange die sportliche Richtung stimmt. Schon am Samstag wartet mit Arminia Bielefeld der nächste Gegner im Olympiastadion.

1ste Bundesliga nach ST 06, obere Hälfte, ohne Sonntagsspiele – Quelle: Flashscore
Werder macht das 0:2 offenbar zum bevorzugten Zwischenstand. Gegen den SC Paderborn drehten die Bremer dann erneut auf und kamen durch zwei Treffer von Niclas Füllkrug noch zum 2:2. Es war bereits die dritte Aufholjagd dieser Art in Folge – nach dem 2:2 gegen Dortmund und dem 3:2 gegen Augsburg. Damit schrieb Werder sogar Bundesliga-Geschichte. Der Haken: Aus der Moral werden nicht automatisch drei Punkte. Mit neun Zählern steht Bremen auf Rang acht, also im gesicherten Mittelfeld, aber noch ohne durchschlagenden Ertrag aus der neuen Widerstandsfähigkeit. Nächste Gelegenheit zur Renditesteigerung: auswärts bei Mainz 05.
Bei Schalke erodiert die Stimmung über den geglückten Aufstieg langsam. Aber auf Schalke ist man ja leidgeprüft… Gegen Mainz setzte es eine 0:1-Heimniederlage, und die Königsblauen warten zu Hause weiterhin auf den ersten Treffer. Fünf Punkte aus sechs Spielen und Rang 14 sind für einen Aufsteiger kein Weltuntergang – für einen Klub mit Schalker Ansprüchen aber auch kein komfortables Polster. Der Kapitalmarkt kennt solche Situationen: Entscheidend ist nicht ein einzelner Rückschlag, sondern ob daraus ein Trend wird oder einer gebrochen wird. Die nächste Chance zur Korrektur bietet sich beim 1. FC Köln.
Der BVB kam bei Union Berlin nicht über ein 0:0 hinaus und wartet damit wettbewerbsübergreifend seit drei Partien auf einen Sieg. Auf das 2:2 gegen Werder folgte eine Niederlage in der Champions League gegen Bodø/Glimt – nun also der nächste Dämpfer. Immerhin bleibt Dortmund in der Liga ungeschlagen und steht bei 14 Punkten. Doch die sportliche Bewertung fällt gemischt aus: Die Defensive hielt, offensiv fehlte die Durchschlagskraft. Für einen Aktienemittenten, dessen sportlicher Erfolg eng mit Wahrnehmung und Erlösperspektiven verknüpft ist, ist das kein Absturz, aber ein Warnsignal. Am Samstagabend kommt Eintracht Frankfurt zum Heimspiel.
Falko Bozicevic
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