Schuldenlast der Unternehmen erreicht Corona-Niveau

So sieht GPT das Thema

Die Schuldenlast russischer Unternehmen ist auf den höchsten Stand seit der Corona-Pandemie gestiegen. Noch gilt das Finanzsystem als stabil.

Die Schuldenlast russischer Unternehmen hat Anfang 2026 wieder das Niveau der Corona-Pandemie erreicht. Dies geht aus dem aktuellen Review of Financial Stability der russischen Zentralbank hervor, einem der wichtigsten Berichte zur Lage des Finanzsystems des Landes.

Besonders dynamisch entwickelte sich zuletzt der Technologiesektor. Dort stieg die Verschuldung binnen Jahresfrist um mehr als die Hälfte auf 2 Bio. RUB (rund 27 Mrd. USD). Einen wesentlichen Anteil daran haben schnell wachsende Online-Marktplätze und Plattformunternehmen.

Trotz der steigenden Verbindlichkeiten bewertet die Zentralbank das Finanzsystem derzeit weiterhin als stabil. Allerdings nehmen die Risiken zu. Als Belastungsfaktoren gelten die hohen Staatsausgaben, die anhaltende Inflation, der Krieg gegen die Ukraine sowie zunehmende ukrainische Drohnenangriffe auf russische Infrastruktur und Industrieanlagen.

Struktureller Haushaltsausgleich erst 2029

Russlands Finanzminister Anton Siluanow erklärte zudem, dass der Bund einen strukturell ausgeglichenen Haushalt erst 2029 erreichen werde. Ursprünglich hatte Moskau dieses Ziel bereits für 2026 vorgesehen.

Die hohen Militärausgaben haben das Haushaltsdefizit deutlich über die ursprünglich geplanten 1,6% des BIP steigen lassen. Gleichzeitig kündigte Siluanow eine Überarbeitung der Haushaltsregel an, die festlegt, welcher Anteil zusätzlicher Öleinnahmen dem staatlichen Wohlstandsfonds zufließe.

Die Entwicklung verdeutlicht die zunehmenden finanziellen Belastungen für Unternehmen und Staat. Zwar zeigt sich die russische Wirtschaft bislang widerstandsfähig, doch die Kombination aus steigender Unternehmensverschuldung, hohen Kriegskosten und strukturellen Haushaltsdefiziten dürfte den wirtschaftspolitischen Spielraum Moskaus weiter einengen.

Experten für Russland

Der Beitrag basiert auf einer Analyse von Alexander Kolyandr und Alexandra Prokopenko für The Bell. Kolyandr ist Finanzanalyst und Senior Fellow am CEPA sowie ehemaliger Manager bei Crédit Suisse. Prokopenko ist unabhängige Analystin und war Beraterin der russischen Zentralbank. Beide verfassen Meinungsartikel für The Bell, einem führenden unabhängigen russischen Wirtschaftsnachrichtendienst. 2022 stuften die russischen Behörden sowohl The Bell als auch ihre Gründer als ‚ausländische Agenten‘ ein und sperrten im Jahr darauf den Zugang zur Website in Russland.

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