Russlands neuer Wirtschaftsplan: Es ist der alte

Die Wirtschaftstechnokraten Russlands präsentieren neue Pläne für Wachstum – doch die Konzepte ähneln stark dem, was bisher schon nicht funktioniert…

Nach Einschätzung des Journalisten Pyotr Mironenko und The Bell steht Russlands Wirtschaft weiter unter Druck. Nach mehr als 4% Wachstum 2023 und 2024 verlangsamte sich die Dynamik deutlich: 2025 wuchs die Wirtschaft nur noch um 1%, während die Investitionen bereits um 2,3% zurückgingen. 2026 zeichnet sich keine Trendwende ab: Im ersten Quartal schrumpfte die Wirtschaft, für das Gesamtjahr erwartet die Regierung nur noch 0,4% Wachstum. Die russische Zentralbank sieht eine Spanne von 0 bis 1%.

‚Präsident‘ Wladimir Putin fordert deshalb einen neuen Investitionszyklus und eine Rückkehr zu höherem Wachstum. Zwei konkurrierende Konzepte liegen inzwischen auf dem Tisch: eines aus der Regierung unter Vizepremier Alexander Novak und eines aus einem Thinktank, der dem wirtschaftspolitischen Berater Putins, Maxim Oreschkin, nahesteht. Beide sollen einen Ausweg aus der wirtschaftlichen Stagnation weisen.

Moskau, Russlands schöne Hauptstadt

Moskau, Russlands schöne Hauptstadt

Haushaltsloch wächst weiter

Der russische Staatshaushalt gerät zugleich stärker unter Druck. Im Juli weitete sich das Defizit um 724 Mrd. auf 6,45 Bio. Rubel aus – umgerechnet rund 78 Mrd. USD bzw. 2,8% des BIP.

Als wesentlicher Treiber gelten die gestiegenen Militärausgaben. Die staatlichen Aufträge einschließlich Verteidigungsaufträgen lagen in den ersten sieben Monaten fast 40% über dem Vorjahresniveau und erreichten 8,44 Bio. Rubel. Damit sind bereits rund 80% des Jahresplans ausgeschöpft.

Pyotr Mironenko

Die Stimmung in der russischen Wirtschaft hat sich im August zwar leicht verbessert. Der Konjunkturindikator der russischen Zentralbank stieg von -3,5 Punkten im Juli auf -2,4 Punkte. Von einer wirklichen Trendwende kann damit allerdings noch keine Rede sein.

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