
Stimmungsdämpfer für die deutsche Wirtschaft: Der Ifo-Geschäftsklimaindex trübte sich im März überraschend stark von 111,3 im Vormonat auf 110,7 Punkte ein. Dabei drückten vor allem Sorgen einer zunehmenden Krise in den Schwellenländern sowie die Ereignisse auf der Krim auf die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen. Unterdessen dürften die Aussagen der US-amerikanischen und europäischen Notenbanker sowie US-Konjunkturdaten als auch die Auktion 2-jähriger T-Notes am Nachmittag Einfluss auf das Marktgeschehen nehmen.
Ausgewählte Daten des Tages
Zeit Land Indikator Periode Schätzung Letzter
8:45 FR Geschäftsklimaindex Mrz. 100 100
10:00 GE Ifo Geschäftsklimaindex Mrz. 110,9 111,3
14:00 US S&P/Case-Shiller Häuserpreisindex (J/J, in %) Jan. 13,34 13,42
15:00 US Verbrauchervertrauen Conference Board Mrz. 78,5 78,1
15:00 US Richmond Fed Index Mrz. 4 -6
15:00 US Verkäufe neuer Häuser (in Tsd.) Feb. 445 468
NE: 2024 Bonds
US Auktion von 32 Mrd. USD 2 J Notes
US Fed-Redner: Lockhart
EC EZB-Redner: Weidmann, Draghi
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research
Themen des Tages
• Ifo dürfte von Auswirkungen der Russland-Sanktionen geprägt sein
• G7-Treffen: Vorerst keine weiteren Sanktionsbeschlüsse gegen Russland zu erwarten
Marktkommentar
Die Schätzungen für die beiden deutschen PMIs gestern offenbarten, dass die hiesige Wirtschaft weiterhin auf einem soliden Expansionskurs ist. Der leichte Rückgang dürfte durchaus die erste Konsequenz aus der Krim-Krise sowie den Sanktionen gegen Russland sein. Im Ifo- Geschäftsklimaindex sollten sich heute ebenfalls, vermutlich deutlich ausgeprägtere, Hinweise auf die Sorge der deutschen Unternehmen vor den Sanktionen gegen Russland finden lassen. Daher ist es wahrscheinlich, dass der Wert für den Ifo erheblich stärker zurückgehen wird, als es erwartet wird.
Dafür konnte Frankreich gestern positiv überraschen: Sowohl der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende als auch das Dienstleistungsgewerbe zogen kräftig an und liegen jeweils über der 50 Punkte-Marke. Es ist zu hoffen, dass sich die Schätzung der Indizes in den nächsten Tagen durch die endgültigen Werte bestätigt. Dann würde nämlich auch Frankreich endlich auf einen Wachstumskurs einschwenken.
Die Nachrichtenlage aus den USA war dagegen durchwachsen. Dort scheinen sich die Marktakteure langsam tatsächlich darauf einzustellen, dass die Fed Funds irgendwann im kommenden Jahr angehoben werden. Gerade die kurzen und mittleren Laufzeiten gerieten etwas unter Abgabedruck, während am langen Ende leichte Renditerückgänge zu verzeichnen waren. Vor diesem Hintergrund steht das US-Treasury in der laufenden Woche vor einer kleinen Herausforderung, denn mit Laufzeiten von 2, 5 und 7 Jahren wird zumindest zweimal in einem Bereich emittiert, der tendenziell unter Druck stehen wird. Dadurch könnte die Verflachung der US-Kurve anhalten. Die 2-jährigen T-Notes heute dürften noch vergleichsweise gut zu platzieren sein, ähnliches gilt morgen für die Aufstockung der 2-jährigen Floater.
Neben dem Ifo und den Aussagen der europäischen Notenbanker dürften auch die US-Daten Einfluss auf das Marktgeschehen haben: Die Daten zum US-Immobilienmarkt könnten auf eine leichte Belebung der Aktivität in diesem Sektor hinweisen. Das US-Verbrauchervertrauen sollte ohne Wettereffekte in Anbetracht der Situation auf dem Arbeitsmarkt etwas stärker angestiegen sein, als es erwartet wird.
Mit der Absage des G8-Gipfels sowie dem Treffen der G7 in Brüssel wird das Thema „weitere Sanktionen gegen Russland“ ebenfalls auf der Agenda der Marktakteure stehen, wobei nichts Konkretes zu erwarten ist. Wahrscheinlich werden die G7 lediglich potenzielle zusätzliche Maßnahmen in Erwägung ziehen, ohne sie jedoch gleich in Kraft zu setzen. Das Fenster für Dialog und Diplomatie bleibt geöffnet.
Der Bund Future dürfte gut behauptet in den Tag starten und sich im Tagesverlauf zwischen 142,40 und 143,65 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,68% und 2,80% schwanken.
Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben