
In dieser Woche scheint das Sommerloch zumindest von konjunktureller Datenseite voll durchzuschlagen. Dementsprechend stehen in den kommenden Tagen kaum nennenswerte Wirtschafts- und Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Unterdessen kann in den zahlreichen Konflikt- und Krisenregionen dieser Welt weder von Entspannung noch von sich abzeichnenden diplomatischen Lösungen die Rede sein.
Ausgewählte Daten des Tages
Zeit Land Indikator Periode Schätzung Letzter
… GE 6M Schätze
… FR 3/6/12 M Schätze
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research
Themen des Tages
• Lohnstückkosten steigen in den USA weniger stark als erwartet
• Keine Bewegung in den zahlreichen Krisenregionen
Marktkommentar
Immerhin dürften die Inflationssorgen der Beobachter der US-Konjunktur am Freitag etwas abgenommen haben und damit auch die Furcht vor einer baldigen Erhöhung der Fed Funds Zielzone. Die Lohnstückkosten stiegen nach vorläufigen Berechnungen deutlich geringer als es befürchtet worden war. Dafür wurde das Vorquartal jedoch kräftig nach oben revidiert, was mit einem deutlich Sinken der Produktivität einher ging. Die Entwicklung im ersten Quartal dürfte vor allem dem Wettereinfluss geschuldet sein, die im zweiten Quartal ist als Gegenreaktion zu werten. Genaueres wird man also erst von der Lohnstückkostenentwicklung im dritten und vierten Quartal erwarten dürften, wenn keine Sondereffekte mehr aufgetreten sind.
Ansonsten ist der Datenkalender heute leer. Wichtige Informationen werden nicht veröffentlicht. Insgesamt wird die gesamte Woche datenseitig sehr ruhig werden. Daher dürfte heute vor allem die Entwicklung in den Krisenregionen im Fokus stehen. Nach dem Wochenende gibt es jedoch kaum etwas Neues zu berichten. Politische Lösungen zeichnen sich nirgendwo ab. Die Risiken für eine weitere Eskalation sind allenthalben vorhanden. So hat die ukrainische Regierung Moskau damit gedroht, die Durchleitung von Öl und Gas durch die durch die Ukraine verlaufenden Pipelines zu unterbinden. Diese Drohung dürfte bei den Vertretern der EU nicht unbedingt auf große Gegenliebe stoßen, da dadurch die Versorgungssicherheit vieler EU-Länder gefährdet wäre. Es wird höchste Zeit, dass man sich in Brüssel darüber Gedanken macht, wie man im Fall eines Gaslieferungstopps reagieren wird. Zugleich macht das deutlich, dass eine neue Strategie von Nöten ist, die die Abhängigkeit vieler EU-Länder von Lieferungen aus Russland reduziert.
Nichtsdestotrotz geht es mit den Aktienmärkten in Asien nach zahlreichen Tagen mit teils gravierenden Verlusten einmal aufwärts. Das sollte nicht ohne Wirkung auf die europäischen Bondmärkte bleiben. Allerdings kann die Stimmung schnell wieder kippen, da das Risiko einer Verschärfung des Konfliktes in der Ostukraine weiterhin gegeben ist. Die Geldmarkttransaktionen am Primärmarkt von Deutschland und Frankreich wird das kaum beeinflussen. Es ist durchaus denkbar, dass sowohl der Bund als auch Frankreich in den ganz kurzen Laufzeiten wieder einmal Zinsen erhalten statt sie zu zahlen. Der Bund Future sollte schwächer in die neue Handelswoche starten. Er sollte sich im Tagesverlauf zwischen 148,30 und 149,50 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,38 und 2,52% liegen.
Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben