
Mutares erfüllt 2025 die Prognosen, steigert den Gewinn deutlich und setzt mit einer Mega-Akquisition und ambitionierten Wachstumszielen den Kurs bis 2030.
Die Beteiligungsholding Mutares hat mit ihren vorläufigen Zahlen für 2025 die eigenen Erwartungen erfüllt und zugleich den Blick deutlich nach vorne gerichtet. Nach einem Jahr mit reger Exit-Aktivität und weiterem Portfolioausbau wolle der Konzern künftig noch schneller wachsen: Bis 2030 sollen sowohl Konzernumsatz als auch der Jahresüberschuss der Holding jährlich um rund 25% zulegen.
Operativ zahlten sich vor allem erfolgreiche Exits aus. Der Jahresüberschuss der Mutares-Holding stieg um 20% auf 130,4 Mio. EUR. Die Erlöse der Holding – im Wesentlichen Management Fees und Beratungsleistungen für Beteiligungen – gingen dagegen leicht zurück und fielen um 3% auf 106,2 Mio. EUR. Besonders ins Gewicht fiel der vollständige Ausstieg beim Motorenhersteller Steyr Motors, der als einer der profitabelsten Deals der Unternehmensgeschichte gilt.
Auf Konzernebene legte der Umsatz kräftig zu und stieg um 23% auf 6,5 Mrd. EUR. Das EBITDA nach IFRS schnellte deutlich nach oben und stieg um 526% auf 733,5 Mio. EUR, begünstigt durch Bargain-Purchase-Effekte und Exit-Gewinne. Das operative Adjusted EBITDA verbesserte sich deutlich, blieb mit -27,8 Mio. EUR jedoch leicht negativ. Belastend wirkten insbesondere neu erworbene Beteiligungen sowie herausfordernde Entwicklungen bei einzelnen Portfoliofirmen.
Parallel baute Mutares das Portfolio weiter kräftig aus. 2025 wurden Unternehmen mit einem kumulierten Umsatz von rund 2,5 Mrd. EUR übernommen. Strategisch im Fokus stehen zunehmend die USA, wo die Gesellschaft angesichts wachsender Transaktionschancen bereits den Aufbau eines zweiten Standorts plane.
Einen Meilenstein markiert zudem die Anfang 2026 vereinbarte Übernahme des Engineering-Thermoplastics-Geschäfts von SABIC in Europa und Amerika – die größte Akquisition in der Geschichte von Mutares. Mit rund 2 Mrd. EUR Umsatz bildet sie zugleich die Grundlage für das neue Segment Chemicals & Materials.
Auch die Exit-Dynamik bleibt hoch: Neben dem vollständigen Ausstieg bei Steyr Motors sorgte etwa der Börsengang von Terranor für zusätzliche Wertrealisierungen. Weitere Verkäufe – etwa im Bereich Energieinfrastruktur – könnten bereits 2026 folgen.
Für das laufende Jahr erwarte Mutares einen weiteren Wachstumsschub. Der Konzernumsatz soll 2026 auf 7,9 bis 9,1 Mrd. EUR steigen, während der Jahresüberschuss der Holding zwischen 165 und 200 Mio. EUR liegen dürfte.
Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Eine Finanzkennzahl (Konzern-Nettoverschuldung zu -Eigenkapital) aus den Anleihebedingungen – beide Bonds der Mutares sind betroffen – dürfte zum Jahresende 2025 vorübergehend verfehlt werden. Mutares wolle daher die Anleihegläubiger um eine temporäre Aussetzung bitten und bietet dafür eine Gebühr von 1,5% des Nominalvolumens an. Parallel plane die Holding, ihre Anleihen bis Ende des Jahres auf 250 bis 300 Mio. EUR zu reduzieren.
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