Homann Holzwerkstoffe: Wachstum im Volumen – Ergebnis jedoch unter Druck

Homann Holzwerkstoffe steigert den Umsatz leicht, doch der Hochlauf des neuen Werks in Litauen drückt zunächst auf EBITDA und Ergebnis.

Die Homann Holzwerkstoffe GmbH hat ihren Konzernzwischenbericht für das zweite Halbjahr 2025 vorgelegt. Der Bericht erscheint erstmals auf Basis der Verpflichtungen aus der Unternehmensanleihe 2025/32. Der vollständige Geschäftsbericht 2025 soll planmäßig am 24. April veröffentlicht werden.

Operativ entwickelte sich das Geschäft leicht positiv. Der Umsatz im zweiten Halbjahr stieg um 3% auf 188,1 Mio. EUR. Bei weitgehend stabilen Preisen resultierte das Wachstum vor allem aus höheren Absatzmengen. Homann Holzwerkstoffe profitiert dabei weiterhin von der Nachfrage aus der Möbel-, Türen- und Beschichtungsindustrie, die zentrale Abnehmerbranchen des Herstellers von MDF- und HDF-Platten sind.

Produkte der Homann HW - Auswahl

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Deutlich schwächer fiel dagegen die Ergebnisentwicklung aus. Das um Währungseffekte bereinigte EBITDA fiel um 42% auf 16,1 Mio. EUR, die EBITDA-Marge sank auf 8,2%. Hauptursache waren die Anlaufverluste des neuen Werks im litauischen Pagiriai, das sich derzeit noch in der Hochlaufphase befindet. Ohne diese Effekte hätte das bereinigte EBITDA der bestehenden Werke 27,2 Mio. EUR erreicht und damit nur moderat unter dem Vorjahresniveau gelegen. Belastend wirkten zudem eine höhere Materialaufwandsquote sowie gestiegene sonstige betriebliche Kosten.

Unter dem Strich rutschte das Konzernergebnis im zweiten Halbjahr in die roten Zahlen und lag bei -10,1 Mio. EUR. Bereinigt um die Anlaufverluste des neuen Werks hätte sich hingegen ein positives Ergebnis von 6,7 Mio. EUR ergeben. Die Bestandswerke entwickelten sich nach Unternehmensangaben stabil und hätten ihren Ergebnisbeitrag gegenüber dem ersten Halbjahr sogar leicht verbessert.

Stabile Seitenlage bei Anleihe Homann HW 2025/32

Stabile Seitenlage bei Anleihe Homann HW 2025/32

Auch strukturell gab es Veränderungen: Anfang November 2025 einigte sich Homann Holzwerkstoffe mit seinem Partner im Joint Venture Global MDF Industries in Ägypten auf einen Vergleich. Die Beteiligung wurde an den Partner zurückverkauft, zugleich endete das laufende Schiedsverfahren.

Die Eigenkapitalquote lag zum Jahresende bei 30%, das Eigenkapital bei 186,3 Mio. EUR. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultierte vor allem aus dem negativen Halbjahresergebnis sowie Währungseffekten.

Für das Gesamtjahr 2025 bestätigte Homann Holzwerkstoffe die bereits im Sommer kommunizierte Entwicklung: Der Umsatz stieg demnach um 4% auf 383,1 Mio. EUR, während das bereinigte EBITDA um 32% auf 38,2 Mio. EUR zurückging. Einen konkreten Ausblick für 2026 wolle das Unternehmen mit dem Geschäftsbericht im April vorlegen.

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