Iute Group mit mehr Umsatz und EBITDA, aber Margen unter Druck

Iute Group steigert im ersten Halbjahr Umsatz und EBITDA zweistellig. Höhere Finanzierungskosten belasten jedoch den Nettogewinn.

Die Iute Group hat im ersten Halbjahr 2026 Gesamterträge und operatives Ergebnis deutlich gesteigert, musste unter dem Strich allerdings einen Gewinnrückgang hinnehmen. Hintergrund sind vor allem höhere Finanzierungskosten nach der Aufstockung einer Anleihe sowie weitere strategische Investitionen.

Die Gesamterträge erhöhten sich um 11% auf 66,1 Mio. EUR. Das bereinigte EBITDA legte sogar um 26% auf 30,6 Mio. EUR zu. Auch die Zinserträge entwickelten sich positiv und stiegen um 8% auf 53,4 Mio. EUR.

Gleichzeitig geriet die Nettozinsmarge unter Druck. Sie sank von 22,9 auf 18,6%. Neben höheren Finanzierungskosten spielte dabei die fortgesetzte APR-Kompression eine Rolle. Der bereinigte Nettogewinn auf FX-bereinigter Basis ging entsprechend um 24% auf 3,8 Mio. EUR zurück. Der ausgewiesene Nettogewinn fiel um 38% auf 4,1 Mio. EUR.

CEO Tarmo Sild spricht von einem Halbjahr mit Margendruck und anhaltenden strategischen Investitionen. Die Gruppe habe ihren Wandel hin zu einer digitalen Bank mit stark genutzter Super-App in ihren Märkten fortgesetzt und gleichzeitig in neue Fähigkeiten und die geografische Expansion investiert.

Iute 2025/30

Iute 2025/30

Das zeigt sich unter anderem bei der Myiute-Super-App: Die kumulierten Downloads stiegen um knapp 10% auf mehr als 1,8 Mio. Die Zahl der Wallet-Transaktionen erhöhte sich um 5% auf rund 2,7 Mio. Auch das Versicherungsgeschäft wächst dynamisch: Die Versicherungserträge legten um rund 60% zu und machen inzwischen 6% der Gesamterträge aus.

Das Bruttokreditportfolio wuchs um 5% auf 397 Mio. EUR. Gleichzeitig verbesserte sich die Rückzahlungsdisziplin weiter: Die CPI30-Kennzahl stieg von 87,9 auf 89,3%. Die Genehmigungsquote bei Kreditanträgen wurde dagegen von 61 auf 52% reduziert – zugunsten einer stärker risikobasierten Kreditvergabe.

Auf der Finanzierungsseite nahm Iute im Juni eine Aufstockung der 2025/30 Senior Secured Bonds über 140 Mio. EUR vor. Die Transaktion wurde bewusst vorgezogen, um die Finanzierung vor möglichen Marktverwerfungen im weiteren Jahresverlauf zu sichern. Im ersten Halbjahr erfüllte Iute zudem beide Eurobond-Covenants: Die Kapitalisierungsquote lag bei 22,6% und damit deutlich über dem Mindestwert von 15%; die ICR betrug 1,50x.

Auch strukturell schreite die Digitalisierung voran: Die Zahl der Iute-Filialen sank von 35 auf 25, während das ATM-Netz um 18% auf 103 Standorte ausgebaut wurde. In der Ukraine nahm die neue Iute Bank ihren Betrieb für Bestandskunden auf.

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