
Im Rennen um das Weiße Haus 2024 gilt das erste TV-Duell heute als entscheidend. Kamala Harris liegt aktuell mit 47% vor Donald Trump. Von Enguerrand Artaz*
Trump erreicht aktuell 44%. Harris darf sich keinen Fehler leisten, der ihren Vorsprung gefährden könnte, während Trump versuchen wird, das Blatt zu wenden für seine Rückkehr ins Weiße Haus.
Unterschiedliche Wirtschaftsprogramme: Die Wharton School der University of Pennsylvania analysierte die wirtschaftlichen Auswirkungen der Programme der beiden Kandidaten. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass das Programm von Kamala Harris kurz-, mittel- und langfristig negative Effekte auf das Wachstum haben dürfte. Das Programm von Donald Trump würde kurzfristig positiv, mittel- bis langfristig jedoch negativ wirken, wobei die negativen Effekte bei ihm deutlich geringer wären.
Trumps Programm würde jedoch die amerikanischen Finanzen deutlich stärker belasten: Ein zusätzliches Defizit von 5,8 Bio. USD bis 2034 wird erwartet, verglichen mit 1,2 Bio. USD für Harris. Die von Trump angekündigten Zollerhöhungen wurden aufgrund mangelnder Details nicht in die Berechnungen einbezogen, und es besteht Unsicherheit über mögliche Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder.
Kurzfristiges Wachstum vs. tragfähiger Haushalt: Die Programme stehen für zwei Konzepte: mehr kurzfristiges Wachstum bei Trump gegenüber einem langfristig tragfähigeren Haushalt bei Harris. Harris’ Programm enthält Maßnahmen, die für Unternehmen wenig vorteilhaft wären, wie etwa eine Erhöhung der Unternehmenssteuer auf 28%, eine Erhöhung der Steuern auf Auslandserträge auf 21% sowie eine Vervierfachung der Steuer auf Aktienrückkäufe. Diese Maßnahmen könnten auf den Finanzmärkten auf wenig Gegenliebe stoßen.
Allerdings wird die Umsetzung von Harris’ Maßnahmen nicht garantiert, da sie vom Kongress abhängig ist. Ein republikanisch dominierter oder gespaltenen Kongress könnte ihren Handlungsspielraum deutlich einschränken, besonders in steuerlichen Fragen, die für Republikaner oft rote Linien darstellen.
Auswirkungen der TV-Debatte: Die erste TV-Debatte könnte den Wahlausgang spürbar beeinflussen, wird jedoch wenig über die tatsächlichen wirtschaftspolitischen Maßnahmen aussagen, die ab 2025 umgesetzt werden könnten. Bei einer sich verschlechternden Wirtschaft oder einer möglichen Rezession sei es wahrscheinlich, dass die tatsächlichen Maßnahmen nicht mehr viel mit den derzeitigen Wahlversprechen zu tun haben werden.
LFDE – La Financière de l’Echiquier
La Financière de l’Echiquier (LFDE) ist eine der führenden Vermögensverwaltungsgesellschaften Frankreichs. Das Unternehmen wurde 1991 gegründet und ist seit Juli 2023 eine Tochtergesellschaft von LBP AM. LFDE verwaltet ein Vermögen von 27 Mrd. EUR (auf konsolidierter Basis, Stand: 31.12.2023), beschäftigt über 170 Mitarbeitende und vertreibt seine Fonds in den Benelux-Ländern, in Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz und Spanien.
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