
Trotz hoher Bewertungen bleiben die Rentenmärkte dank robuster Fundamentaldaten und attraktiver Renditen für Anleger interessant.
Die Rentenmärkte sind mit einer robusten Konjunktur, soliden Unternehmens- und Verbraucherbilanzen sowie günstigen technischen Faktoren in die zweite Jahreshälfte gestartet. Laut Stephen Jones, Global Chief Investment Officer bei Aegon Asset Management, stehen den stabilen Fundamentaldaten jedoch zunehmend ambitionierte Bewertungen gegenüber.
Zwar bleiben die Unternehmensgewinne und Bonitätskennzahlen in den meisten Sektoren stabil, gleichzeitig gewinnen Infrastruktur- und Technologieinvestitionen als Treiber für Neuemissionen und Kapitalallokation an Bedeutung. Viele Marktsegmente – von Investment Grade über High Yield bis hin zu ABS – handeln inzwischen nahe historisch enger Spread-Niveaus. Zusätzliche Kursgewinne dürften deshalb künftig stärker von der Wertpapierauswahl als von einer weiteren Spread-Einengung abhängen.
Unterstützt werden die Märkte weiterhin durch eine hohe Anlegernachfrage. Die starken Mittelzuflüsse gleichen das hohe Emissionsvolumen bislang aus. Besonders gefragt bleiben Investment-Grade-Anleihen, strukturierte Produkte und Bankkredite. Auch CLOs stützen den Markt für Leveraged Loans.
Bei Staatsanleihen bleibt das Bild gemischt. Inflation, steigender Finanzierungsbedarf der Staaten und fiskalischer Druck begrenzen das Potenzial sinkender Renditen. Dennoch bieten Staatsanleihen weiterhin attraktive laufende Erträge und Diversifizierungsmöglichkeiten.
Innerhalb der Spread-Sektoren rückt die Bonitätsdifferenzierung stärker in den Fokus. Vor allem Emittenten mit niedrigerer Bonität sowie Bereiche wie Leveraged Loans, Private Credit und Teile des Softwaresektors stehen angesichts anstehender Refinanzierungen unter genauer Beobachtung.
Positiv bewertet Jones weiterhin strukturierte Finanzierungen. Insbesondere US-Verbriefungen und europäische ABS profitierten von attraktiven Carry-Erträgen, robusten Sicherungsmechanismen und einer stabilen Nachfrage. Selbst bei einer konjunkturellen Abschwächung seien Investment-Grade-Strukturen vergleichsweise widerstandsfähig.
Insgesamt bleibt Aegon Asset Management für Rentenmärkte konstruktiv. Attraktive Renditen, stabile Fundamentaldaten und günstige technische Faktoren sprechen weiterhin für die Anlageklasse. Da die Bewertungen allerdings vielerorts bereits anspruchsvoll seien, dürften aktives Management, konsequente Titelselektion und Relative-Value-Strategien künftig wichtiger werden als ein breites Marktengagement.
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