European ABS bieten stabilen Carry trotz Konjunktursorgen

European ABS behaupten sich trotz eines zunehmend anspruchsvollen makroökonomischen Umfelds. Carry-Erträge und strukturelle Sicherheiten bleiben die wichtigsten Renditetreiber.

Der Juni verlief für Risikoanlagen freundlich: Die Stimmung an den Märkten hellte sich auf, festverzinsliche Wertpapiere legten moderat zu und sinkende Ölpreise dämpften die Inflationssorgen. Gleichwohl bleibt das gesamtwirtschaftliche Umfeld komplex. Nach Einschätzung von Egbert Bronsema, Senior Portfolio Manager bei Aegon Asset Management, müssen sich Anleger auf eine späte Phase des Konjunkturzyklus mit anhaltenden Unsicherheiten einstellen.

In den USA zeigt sich die Wirtschaft zwar weiterhin robust, zugleich mehren sich aber Ungleichgewichte. Die Inflation zog zuletzt wieder an, während sich der Arbeitsmarkt langsam abschwächt. Die Federal Reserve hält daher an ihrer restriktiven Geldpolitik fest. In der Eurozone fällt das Bild ähnlich gemischt aus: Das Wachstum bleibt schwach, die Inflation ging zwar zurück, die EZB hob die Leitzinsen im Juni dennoch um 25 Basispunkte an.

Vor diesem Hintergrund entwickelten sich European ABS erneut erfreulich. Sinkende Spreads, hohe Nachfrage und ein deutlich gestiegenes Emissionsvolumen sorgten für positive Renditen. Vor allem höher verzinste und nachrangige Segmente profitierten von den günstigen Marktbedingungen. Das hohe Anlegerinteresse konnte das gestiegene Angebot problemlos aufnehmen.

ABS bieten Chancen und Möglichkeiten, aber wie gewohnt nicht ohne Risiken

Für die kommenden Monate wird das Umfeld allerdings anspruchsvoller. Geopolitische Risiken, insbesondere im Nahen Osten, sowie mögliche erneute Inflationsschübe und schwächeres Wachstum könnten Risikoanlagen belasten. European ABS verfügen jedoch über mehrere Stabilitätsfaktoren: Die vergleichsweise hohen und planbaren Carry-Erträge, die geringe Zinssensitivität sowie strukturelle Sicherheiten wie Bonitätsverbesserungen, Schuldenabbau und Exzessspannen bieten Schutz gegen steigende Ausfälle und Kursverluste.

Hinzu kommt, dass europäische Verbraucher bislang ihre Kredite überwiegend zuverlässig bedienen konnten, solange die Beschäftigung stabil blieb. Hohe Ersparnisse, robuste Arbeitsmärkte und gestiegene Immobilienpreise wirken zusätzlich stabilisierend, auch falls sich das Wachstum weiter abschwächen sollte.

Mit Blick auf die Bewertung sehen die Experten den Spielraum für weitere Spread-Verengungen inzwischen als begrenzt an. Künftige Erträge dürften daher stärker aus Carry und einer sorgfältigen Titelauswahl stammen als aus weiteren Bewertungsgewinnen. Gerade in Marktstressphasen könnten höhere Spreads jedoch wieder attraktive Einstiegsmöglichkeiten schaffen.

Egbert Bronsema

Insgesamt bleibt Aegon Asset Management für European ABS konstruktiv. Trotz eines schwierigeren makroökonomischen Umfelds biete die Anlageklasse im Vergleich zu ähnlich bewerteten Rentenpapieren weiterhin attraktive Renditen und habe ihre Widerstandsfähigkeit in früheren Stressphasen mehrfach unter Beweis gestellt.

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