EZB: schmaler Grat aktueller Geldpolitik

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Die Juli-Sitzung stand im Zeichen des Abwartens, nachdem die EZB im Juni die Leitzinsen angehoben hatte, um ihre Entschlossenheit im Kampf gegen Inflationsrisiken zu unterstreichen. Im September könnte sie jedoch einen anderen Ton anschlagen. Ganz wie in der Hymne von Earth, Wind & Fire richtet sich der Fokus nun auf den September. Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapitalmarktstrategie Deutschland, Schweiz, Österreich und Osteuropa bei BlackRock, kommentiert das Ergebnis der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB):

Bis dahin werden die Währungshüter weitere Erkenntnisse für ihre aktualisierten Wirtschaftsprojektionen sammeln, darunter zwei Inflationsveröffentlichungen. Aus heutiger Sicht würden wir weiterhin eher mit einer Zinserhöhung im September rechnen.

Die Sorgen um Inflation, ausgelöst durch den Angebotsschock infolge der Spannungen in Nahost, halten an. Die Energiepreise haben sich zwar von ihren Höchstständen im Mai und Juni etwas entfernt, die jüngsten Entwicklungen in der Region verdeutlichen jedoch, wie fragil die Lage bleibt.

Das hält die Unsicherheit über den Inflationsausblick hoch und untermauert die Haltung der EZB gegenüber einem „Hinwegsehen“ über energiebedingte Inflationsanstiege. Warum? Höhere Energiekosten könnten sich auf die Lohnentwicklung und die breitere Preisbildung übertragen. Bislang gibt es dafür jedoch nur begrenzte Anzeichen. Die EZB bewegt sich damit weiterhin auf einem schmalen Grat: Sie bleibt wachsam gegenüber Inflationsrisiken, hält sich zugleich aber alle Optionen offen.

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Gleichzeitig besteht weiterhin Spielraum für weitere Zinserhöhungen, ohne dass die Geldpolitik in einen Bereich übergeht, der die Konjunktur bremst. Wir bleiben in kurz- und mittelfristigen europäischen Staatsanleihen übergewichtet. Die Märkte preisen für mehrere Jahre restriktive Leitzinsen ein – aus unserer Sicht ist das überzogen.

Ann-Katrin Petersen, BlackRock

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