EU-Banken unter Druck: AFME fordert Kapitalstruktur-Revolution

Derzeit beschließen die EU-Staats- und Regierungschefs voraussichtlich wichtige Änderungen zur Kapitalstruktur der Banken in der EU.

Ein neuer Bericht der AFME (Association for Financial Markets in Europe) fordert eine Vereinfachung des EU-Bankenkapitalrahmens, um die Kreditvergabe zu verbessern.

Eine Deregulierung könnte bis zu 2,8 Bio. EUR für die Realwirtschaft mobilisieren. Der aktuelle Eigenkapitalrahmen umfasst sieben sich überschneidende Kapitalpufferschichten, was grenzüberschreitend tätige Banken mit bis zu 86 Anforderungen belasten könne.

Die AFME zeigt praktische Optionen zur Vereinfachung der Kapitalstruktur auf, ohne die seit der Finanzkrise aufgebaute Widerstandsfähigkeit der Banken zu gefährden. Die Vorschläge umfassen:

Vereinfachung der Kapitalstruktur auf drei Ebenen und Abschaffung überlappender Puffer, einschließlich der schrittweisen Entfernung des Systemrisiko-Puffers.

Adam Farkas

Ersatz des EU-MREL-Rahmens durch eine einfachere Abwicklungsstruktur auf Basis der international vereinbarten TLAC-Standards.

Straffung der Verschuldungsquote und Verbesserung der regulatorischen Koordination, einschließlich der Abschaffung zusätzlicher Aufsichtsebenen.

– Einrichtung eines zentralen EU-Bankenforums zwischen den zuständigen Behörden zur angemessenen Berücksichtigung der kapitalbedarflichen Auswirkungen ihrer Entscheidungen.

Adam Farkas, CEO der AFME, betont: „Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas erfordert einen Regulierungsrahmen, der sowohl widerstandsfähig als auch effizient ist. Die Vereinfachung der Kapitalanforderungen würde die Finanzstabilität wahren und den Banken ermöglichen, die Finanzierungsbedarfe der europäischen Wirtschaft besser zu unterstützen.“

wichtige Änderungen zur Kapitalstruktur der Banken in der EU?

Frankfurt

Caroline Liesegang, Managing Director für Kapital- und Risikomanagement der AFME, ergänzt: „Die Kapitalstruktur europäischer Banken ist durch überlappende Puffer zu komplex geworden und erhöht die Kosten, ohne klaren aufsichtsrechtlichen Nutzen. Ein klarerer Regulierungsrahmen würde die Finanzierungskosten senken und die Kreditvergabe stärken.“

Der Bericht hebt hervor, dass Banken in der EU derzeit in einem komplexen System agieren, das durch nationale Unterschiede geprägt ist. Ein grenzüberschreitend tätiger Bankenkonzern könnte bis zu 86 unterschiedliche Pufferanforderungen erfüllen müssen. Im Vergleich dazu haben große Banken in den USA lediglich drei landesweite Kapitalpuffer.

Die AFME weist darauf hin, dass EU-Banken über Kernkapitalquoten (Tier-1) von etwa 17,7% verfügen, was deutlich über den Schätzungen des optimalen Niveaus von 10 bis 15% liege. Diese ineffizienten Puffer erhöhten letztlich die Finanzierungskosten für Unternehmen und Haushalte.

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