Energiespeicher werden zum Rückgrat der Energiewende

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien wächst die Bedeutung der Batteriespeicher rasant. Nach Einschätzung von Vontobel sorgen sinkende Kosten, steigender Strombedarf und mehr Energiesicherheit für langfristigen Rückenwind.

Der weltweite Ausbau von Batteriespeichern dürfte sich in den kommenden Jahren weiter beschleunigen. Davon geht Pascal Dudle, Head of Impact and Thematic Investing bei Vontobel, aus. Als wichtigste Treiber nennt er den anhaltenden Ausbau von Solar- und Windenergie sowie den stark steigenden Strombedarf durch Rechenzentren und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz.

Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix, desto wichtiger werden Speichersysteme. Solar- und Windkraft erzeugen Strom nicht kontinuierlich, sondern abhängig von Wetter und Tageszeit. Batteriespeicher gleichen diese Schwankungen aus, stabilisieren die Stromnetze und ermöglichen eine bessere Integration erneuerbarer Energien. Bereits heute werde rund ein Viertel neuer Solarparks direkt mit einem Batteriespeicher errichtet.

Eine aktuell laufende Emission im Sektor Batteriespeicher : GepVolt

Eine aktuell laufende Emission im Sektor Batteriespeicher : GepVolt

Ein weiterer Vorteil liegt laut Vontobel in der kurzen Realisierungszeit. Große Solarprojekte inklusive Batteriespeicher könnten häufig innerhalb von zwei bis drei Jahren geplant und gebaut werden. Konventionelle Kraftwerke benötigten dagegen oftmals deutlich mehr Zeit – unter anderem wegen langwieriger Genehmigungsverfahren, regulatorischer Vorgaben oder angespannter Lieferketten. Angesichts des weltweit steigenden Strombedarfs werde Geschwindigkeit damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Auch wirtschaftlich verbessere sich das Umfeld zunehmend. Sinkende Batteriekosten, größere Preisunterschiede am Strommarkt sowie verlässlichere Erlösmodelle erhöhten die Attraktivität von Speicherprojekten. Gleichzeitig gewinne das Thema Energiesicherheit vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen weiter an Bedeutung. Batteriespeicher seien daher längst nicht mehr ausschließlich ein Instrument des Klimaschutzes, sondern entwickelten sich zunehmend zu einem strategischen Bestandteil moderner Energieinfrastruktur.

Von dieser Entwicklung könnten nach Einschätzung von Vontobel insbesondere spezialisierte Zulieferer und Batteriehersteller profitieren. Als Beispiele nennt Dudle Yunnan Energy New Material, einen führenden Hersteller von Separatorfolien für Lithium-Ionen-Batterien, sowie CATL, den weltweit größten Produzenten von Batterien für Elektrofahrzeuge und stationäre Speichersysteme. Beide Unternehmen seien aufgrund ihrer Marktstellung und technologischen Kompetenz gut positioniert, um vom langfristigen Ausbau der Speicherinfrastruktur zu profitieren.

Pascal Dudle, Vontobel AM

Für Anleger bleibt das Thema damit eng mit mehreren Megatrends verknüpft: Dekarbonisierung, Elektrifizierung, Digitalisierung und der steigende Energiebedarf durch KI-Anwendungen dürften die Nachfrage nach leistungsfähigen Speicherlösungen über viele Jahre hinweg stützen.

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