„Einmal jährlich eine Art Kassensturz machen, um zu sehen, wo man steht in punkto Altersvorsorge“

Barbara Authmann

BondGuide: Welche Technik steckt hinter der App? Sicherlich gibt es da doch Standardannahmen, das heißt gewisse Pauschalisierungen müssen schon vorgenommen werden, um zu einem berechenbaren Ergebnis zu gelangen.
Authmann: Die Technik wurde von DataArt sehr innovativ umgesetzt. Tatsächlich müssen natürlich Grundannahmen getroffen werden, zum Beispiel dass man im Alter ungefähr 70% des heutigen Nettoeinkommens plus 1,5% Inflation haben sollte. Man kann aber auch einen fixen Betrag eingeben. Und schließlich lassen sich auch spielerisch auf Basis von Beispielbildern verschiedene Lebenssituationen über- oder untergewichten.

BondGuide: Habe ich ebenfalls probiert – hier soll offenbar festgestellt werden, ob man viel reist, Luxusprodukte bevorzugt, teure Hobbies hat.
Authmann: Richtig – die genannten erhöhen allesamt das notwendige Zieleinkommen. Ich kann Ihnen allerdings so viel verraten, dass selbst eine extreme Bildauswahl höchstens zu 20% Auf- oder Abwertung führt. Es ist klar, dass ich im Alter ein anderes Zieleinkommen benötige, wenn ich weiterhin Weltreisen machen möchte und kostspielige Hobbies pflege.

BondGuide: Welche Rolle spielen die anderen Partner, Union Investment und die Schwäbisch Hall?
Authmann: Union Investment ist einer der führenden Fondsanbieter und Investmentgesellschaften hierzulande, und die Schwäbisch Hall sicherlich die bekannteste Bausparkasse. Gemeinsam haben wir – auch im Rahmen unseres genossenschaftlichen Förderauftrags – ein Interesse an einer eigenverantwortlichen Altersvorsorge, denn neben Renten- und Lebensversicherungsverträgen werden auch Aktien- oder Fondssparpläne beziehungsweise Immobilien in den meisten Vorsorgebausteinen eine tragende Rolle spielen.

BondGuide: Jetzt habe ich die App installiert, eine Vorsorgelücke identifiziert. Und weiter?
Authmann: Nun sollten Sie überlegen, ob sie so groß ist, dass Sie Ihre Filiale aufsuchen, um gemeinsam mit einen Vorsorgespezialisten an einer Lösung zu arbeiten. Ich denke, einmal jährlich eine Art Kassensturz zu machen mit Hilfe der App, um zu sehen, wo man aktuell steht, wäre realistisch. Lebensbedingungen ändern sich ja auch mal. Womöglich sieht man auch aktuell noch keine Vorsorgelücke, aber in einigen Jahren und mit gestiegenem Einkommen.

Barbara Authmann

Barbara Authmann

BondGuide: Verbreitet sich die App denn zufriedenstellend?
Authmann: Als sie im Laufe des Jahres 2017 gelauncht wurde, ging es naturgemäß erst einmal eher schleppend los. Kurz vor Weihnachten 2018 schnellten die Downloads stark nach oben, auf zuletzt rund 35.000 User. Da wird man dann natürlich leichter bei den beliebtesten Downloads gefunden und die guten Storebewertungen tun ihr Übriges.

BondGuide: Frau Authmann, besten Dank für die interessanten Einblicke!

Interview: Falko Bozicevic